Flüchtlinge Auch Mazedonien schliesst Westbalkanroute für Flüchtlinge

Skopje/Rom/Budapest – Nach Slowenien, Kroatien und Serbien hat auch Mazedonien seine Grenze für Flüchtlinge praktisch geschlossen. Damit ist die Westbalkanroute, über die im letzten Jahr mehr als eine Million Menschen nach Österreich und Deutschland gekommen waren, faktisch dicht.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Erdbeben erschüttert Italien + News-Ticker + Jetzt spricht die Nonne...
2 Nackt-Schwimmer erwischt Fischer angelt sich einen Penis
3 Am Strand von Nizza Polizei zwingt Frau zum Burkini-Strip

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
2 shares
Fehler
Melden

In Zukunft dürften nur noch Menschen mit gültigen Reisepässen und Visa einreisen, berichteten die Medien am Mittwoch in Skopje unter Berufung auf die mazedonische Regierung.

Alle vier Länder setzen damit eine Massnahme um, die aus dem Entwurf der Abschlusserklärung des EU-Türkei-Gipfels gestrichen worden war. Nach Angaben von EU-Diplomaten hatten sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erfolgreich dafür eingesetzt, die Formulierung zu streichen, dass die Westbalkan-Route für Migranten geschlossen sei.

Was mit den rund 13'000 in Nordgriechenland wartenden Menschen werden soll, sei nicht klar, hiess es in den Berichten. Auch sässen etwa 1000 Flüchtlinge im mazedonischen Flüchtlingscamp Tabanovce an der Grenze zu Serbien fest. Es handle sich vor allem um Menschen aus Afghanistan, die schon in den letzten Wochen von der Balkanroute verbannt worden waren.

Als Reaktion auf die Grenzschliessungen im Westbalkan schickt Ungarn mehr Soldaten und Polizisten an seine Grenze im Süden. «Wir erklären wegen der Migration den Krisenzustand für das gesamte Land», sagte Innenminister Sandor Pinter vor Journalisten.

Die Regierung in Budapest werde auch Vorbereitungen treffen, um an der Grenze zu Rumänien, das im Südosten an Ungarn stösst, notfalls rasch einen Zaun errichten zu können. Ein solcher Schritt solle innerhalb von zehn Tagen möglich sein, sagte der Innenminister. Ungarn hatte im Zuge der Flüchtlingskrise bereits vor einigen Monaten an der Grenze zu Serbien und Kroatien einen Zaun errichtet.

Die Regierung in Rom hat angesichts der Schliessung der Balkanroute vor einer neuen Flüchtlingsbewegung von Albanien über die Adria nach Italien gewarnt. Innenminister Angelino Alfano will noch diese Woche mit seinem albanischen Amtskollegen Saimir Tahiri in Tirana zusammentreffen, berichtete die Tageszeitung «La Stampa» am Mittwoch. Italien habe auch Kontakt zu Montenegro aufgenommen.

Schon am Montag war der Staatssekretär für Europafragen, Sandro Gozi, deswegen nach Tirana gereist, um dem albanischen Premier Edi Rama Italiens Kooperation bei strengeren Kontrollen gegen Schlepper über die Adria anzubieten. Italien sei bereit, Schiffe und Personal zur Kontrolle der Adria-Strecke zwischen Albanien und dem süditalienischen Apulien zur Verfügung zu stellen.

Die neue mögliche Flüchtlingsroute ist nicht unbekannt. Vor zwei Jahrzehnten überquerten Tausende Albaner an Bord von Flüchtlingsschiffen die 80 Kilometer lange Strecke über die Adria. Lediglich 50 Seemeilen trennen Albanien von Apulien, mit einem schnellen Motorboot kann die Strecke in zwei Stunden bewältigt werden. Gute Wetterbedingungen in den nächsten Monaten könnten zu einem rasanten Anwachsen der Flüchtlingsanzahl in Richtung Süditalien beitragen. (SDA)

Publiziert am 09.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
teilen
teilen
2 shares
Fehler
Melden
Wartende Afghanen an der mazedonisch-serbischen Grenze: Die Balkanroute schliesst sich zusehends. Neu lassen auch Slowenien und Serbien nur noch Menschen mit Visa passieren. (Archivbild) play
Wartende Afghanen an der mazedonisch-serbischen Grenze: Die Balkanroute schliesst sich zusehends. Neu lassen auch Slowenien und Serbien nur noch Menschen mit Visa passieren. (Archivbild) KEYSTONE/AP/BORIS GRDANOSKI

TOP-VIDEOS