Feier zur deutschen Einheit Merkel fordert mehr Mitsprache: «Alle sind das Volk!»

Im Vorfeld der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bürger dazu aufgerufen, bei der Lösung von Probleme mitzumachen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel äusserte sich zu jenen Wutbürgern, die stets «Wir sind das Volk!» skandieren. HENDRIK SCHMIDT

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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat zum 26. Jahrestag der deutschen Einheit vor Geschichtsvergessenheit gewarnt. Man müsse dagegen auftreten, wenn Menschen mit rechtem Hintergrund «Wir sind das Volk» riefen, sagte Merkel am Samstag in einer Videobotschaft.

Dieser Ruf sei während der friedlichen Revolution in der DDR «ein sehr emanzipatorischer» gewesen. Heute seien es aber auch Menschen, die glaubten, zu kurz gekommen zu sein, die mit diesem Ruf auf die Strasse gingen.

Merkel lobte ausdrücklich den Umgang von Regierung und Gesellschaft in Sachsen mit solchen Strömungen. Sie hätten sehr gut reagiert, indem sie gesagt hätten: «Wer glaubt, dass er Probleme hat, die durch die Gesellschaft oder durch die Politik nicht wahrgenommen werden, der soll sich äussern, konstruktive Lösungsvorschläge machen«, sagte die Kanzlerin. «Das ist gelebte Demokratie.»

Jeder habe das Recht, seine Meinung zu sagen und dafür zu demonstrieren. Deshalb könne man heute auch sagen: «Alle sind das Volk.«

Sachsen eine Erfolg der deutschen Einheit

In Dresden haben am Samstag die zentralen Feiern zum Tag der deutschen Einheit begonnen. Nirgendwo in Deutschland gibt es gemessen an der Bevölkerungszahl mehr fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalttaten als in Sachsen. Mit der Pegida-Bewegung ist vor allem die Landeshauptstadt Dresden zum Symbol einer neuen rechtspopulistischen und nationalistischen Bewegung geworden.

Merkel betonte, Sachsen sei «in vielen Teilen eine wirkliche Erfolgsgeschichte der deutschen Einigung». 26 Jahre nach der Wiedervereinigung lasse sich sagen, «dass wir viel geschafft haben, dass Vieles entstanden ist«. Der Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche werde dafür ein Symbol sein.

Bei dem Gottesdienst und einem Festakt in der Semperoper wird am Montag neben Merkel auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Die Feierlichkeiten finden unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Junge kennen Stacheldraht nicht mehr

Am vergangenen Montag waren zwei Sprengsätze vor der Tür einer Moschee und auf der Terrasse des Kongresszentrums explodiert, wo an diesem Montag der Empfang des Bundespräsidenten ausgerichtet wird.

Merkel betonte, der 3. Oktober 1990 sei ein Tag mit Hoffnung und der Freude gewesen, aber auch ein Tag der Gewissheit, «dass viel Arbeit auf uns wartet». Ihr sei schon seit der Währungsunion klar gewesen, dass es auch eine ganze Reihe von Schwierigkeiten gebe werde und viele Menschen arbeitslos würden. «Und trotzdem würde ich im Rückblick sagen, ist viel entstanden.«

Es sei sehr schön, dass junge Menschen Mauer und Stacheldraht nicht mehr erlebt hätten, sagte Merkel. Die Kanzlerin betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Geschichtsbildung. «Wer nicht weiss, woher er kommt, wer nicht weiss, welche Geschichte ein Land durchlebt hat, der hat auch Schwierigkeiten, die Zukunft zu gestalten.»

Sie plädierte ausdrücklich für mehr und besseren Geschichtsunterricht. Notwendig sei eine «vertiefte Befassung» mit der jüngeren Geschichte ebenso wie mit der Zeit des Nationalsozialismus. (SDA)

Publiziert am 02.10.2016 | Aktualisiert am 04.10.2016
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