LYON (F) – Es ist der Coup seines Lebens. Der Fahrer eines Geldtransporters lässt seine Kollegen stehen und haut ab – nicht ohne vorher das GPS zu deaktivieren.
Mehr als 16 Millionen Franken sind gestern aus einem französischen Geldtransporter erbeutet worden. Nach ersten Ermittlungen verschwanden Wagen und Fahrer, während seine beiden Kollegen während einer Lieferung für die Banque de France in ihrem Transportunternehmen in Lyon einen Zwischenstopp einlegten.Von Fahrer und Geld fehlen jede SpurWenige Stunden später wurde der Transporter in einem Vorort entdeckt, von dem Fahrer und dem Geld fehlten jede Spur. Staatsanwalt Xavier Richaud verdächtigt den Fahrer, mit dem Geld abgehauen zu sein. GPS und Funkverbindung des Geldtransporters wurden nach seinen Angaben gekappt.Als die
Polizei die Wohnung des Fahrers durchsuchte, wirkte diese wie für einen längeren Zeitraum verlassen. Zudem habe der 39-Jährige alles Geld von seinen Konten abgehoben.Ein Junggeselle ohne FamilieDer Verdächtige arbeitete seit rund zehn Jahren bei der schwedischen Werttransportfirma Loomis. Er war laut Staatsanwalt Richaud Junggeselle, hatte keine Kinder und schon seit längerem keinen Kontakt mehr zu seiner Familie.Bekannte beschrieben ihn gegenüber der Regionalzeitung «Le Progrès» als unauffällig und wortkarg. Wie hoch der erbeutete Betrag genau war, liess sich zunächst nicht ermitteln. Nach Angaben Richauds enthielten die rund drei Dutzend Geldsäcke in dem Transporter «fast 17 Millionen Franken». (SDA/s5j)