Schon wieder! Explosion auf Ölplattform im Golf von Mexiko

  • Publiziert: 02.09.2010, Aktualisiert: 20.01.2012

GRAND ISLE - Im Golf von Mexiko ist beinahe wieder eine Mega-Katastrophe passiert. Für einen Ölschleier auf dem Meer gibt es nach der neuen Explosion auf einer Bohrinsel noch keine Hinweise.

Rund vier Monate nach dem Untergang der BP-Plattform «Deepwater Horizon» hat sich erneut eine Explosion auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko ereignet. 13 Menschen gingen dabei über Bord, mindestens einer davon wurde verletzt, wie die US-Küstenwache mitteilte.

Neun Helikopter und vier Schiffe der Küstenwache seien darauf zur rund 145 Kilometer südlich von Vermilion Bay im US-Bundesstaates Louisiana gelegenen Plattform aufgebrochen. Die 13 über Bord gegangenen Arbeiter konnte alle gerettet werden.

Feuer gelöscht

Die Plattform stand nach dem Unglück in Flammen, grösseres Unheil konnte aber scheinbar verhindert werden: «Das Feuer ist gelöscht», sagte Kapitän Peter Troedsson von der US-Küstenwache. Es gebe entgegen ersten Annahmen keinen Hinweis auf einen Ölschleier im Meer.

Die Küstenwache hatte ursprünglich unter Berufung auf Aussagen der geretteten Arbeiter der Plattform von einem Ölschleier gesprochen. Helikopter und Schiffe hätten allerdings keinen Ölaustritt feststellen können.

Anders als die «Deepwater Horizon», die in rund 1500 Metern Tiefe Öl förderte, steht die neue Unglücksplattform in Gewässern, die nur rund hundert Meter tief sind. CNN berichtete, auf der nun explodierten Plattform werde derzeit kein Öl gefördert.

Die US-Regierung in Washington teilte mit, dass zunächst Informationen über den Vorfall gesammelt würden. Wenn es Berichte über Verschmutzung gebe, würden Massnahmen eingeleitet, sagte Präsidentensprecher Robert Gibbs.

Greenpeace alarmiert

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace reagierte alarmiert auf den erneuten Unfall im Golf von Mexiko. «Wie viele Male spielen wir noch mit menschlichen Leben, der Wirtschaft und den Ökosystemen?», sagte der Meeresexperte von Greenpeace in den USA, John Hocevar, der Nachrichtenagentur AFP. «Es ist Zeit, dass wir aus unseren Fehlern lernen.»

Der Unfall ereignete sich mehrere hundert Kilometer von der Stelle entfernt, an der am 20. April die vom britischen Ölriesen BP betriebene Plattform «Deepwater Horizon» explodiert war. Danach waren schätzungsweise 660000 Tonnen Öl ins Wasser geströmt. Der Ölfluss konnte erst Mitte Juli mit einer Abdeckhaube gestoppt werden. Bei dem Unglück waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. BP erklärte umgehend, an der neuen Unglücks-Plattform in keiner Weise beteiligt zu sein. (SDA/noo)

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