Experten haben Zweifel Kann Kim H-Bombe?

PJÖNGJANG/SEOUL - Die nordkoreanische Diktatur hat einen erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe vermeldet. Doch Experten zweifeln, dass das Land in der Lage ist, eine solche Waffen zu bauen.

So sieht es aus, wenn eine Wasserstoffbombe hoch geht

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Nordkorea ist aus dem Häuschen. Nachdem das kommunistische Regime via Staatsmedien verlauten liess, dass es erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet hat, strömten in der Hauptstadt Pjöngjang zahlreiche Menschen auf die Strasse und feierten das Ereignis mit Jubelrufen und Applaus.

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Einer von ihnen ist Kim Sok Chol. Der 32-Jährige sagte der Nachrichtenagentur AP, er wisse zwar nicht viel über Wasserstofbomben. Er fügte aber an: «Jetzt, wo wir eine haben, werden die USA uns sicher nicht angreifen.»

So funktioniert eine Wasserstoffbombe

Die Wasserstoffbombe, auch H-Bombe genannt, wurde unter Leitung von Edward Teller in den USA entwickelt und erstmals 1952 auf einem Atoll im Pazifik gezündet. Die Sprengkraft ist um ein Vielfaches grösser als bei einer Atombombe. Sie setzt Energie aus einer Kernverschmelzung frei. Bei dieser Fusion verschmelzen unter anderem die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium zu Helium. Zur Zündung des Gemischs sind mehr als 100 Millionen Grad erforderlich. Deshalb enthält eine H-Bombe als Zünder eine Atombombe. (SDA)

Internationale Experten melden indes Zweifel an der Erfolgsmeldung aus dem Staatsapparat von Diktator Kim Jong Un (vermutlich 32) an. Zwar hat Nordkorea zwischen 2006 und 2013 nachweislich drei Atombombentests unternommen. Eine Wasserstoffbombe ist aber viel schwieriger herzustellen als Atomwaffen herkömmlicher Bauart.

Der Nuklearprofi Jeffrey Lewis, der sich schon seit Jahren mit dem abgeschotteten Regime im Osten Asiens beschäftigt, schrieb bereits im Dezember auf der Internetseite 38north.org, der Bau einer Wasserstoffbombe sei für die Kim-Dikatur wohl eine Nummer zu gross.

Irrer Kim testet Wasserstoffbombe

 

Skeptisch ist auch Yang Uk. Nach Angaben des südkoreanischen Sicherheitsexperten hatte die heute getestete Bombe in etwa die Sprengkraft der Bombe, die beim dritten nordkoreanischen Atomtest von vor zwei Jahren gezündet wurde.

«Es könnte ein Zwischending zwischen Atombombe und Wasserstoffbombe gewesen sein, aber wenn sie keine Beweise vorlegen, können wir ihren Angaben nicht glauben», sagte er.

Test einer Wasserstoffbombe auf dem Bikini-Atoll im Jahr 1956 play

Test einer Wasserstoffbombe auf dem Bikini-Atoll im Jahr 1956

AP

Sowohl die US-Luftwaffe als auch die japanischen Streitkräfte verfügen über mit Messinstrumenten ausgerüstete Flugzeuge, die in der Lage sind, Beweise eines Nuklear-Tests aufzuspüren. Laut der Nachrichtenagentur AP könnte es aber noch mehrere Wochen dauern, bis Klarheit über die genaue Art der explodierten Bombe herrscht – sollte es überhaupt jemals gelingen.

Nordkorea hat sich den Angaben zufolge in der Vergangenheit immer sehr bemüht, Nuklear-Tests so gut es geht zu verschleiern. So wurden die letzten drei Bomben unterirdisch gezündet, damit möglichst keine radioaktive Rückstände und Edelgase, die bei der Sprengung entstehen, in die Atmosphäre entweichen.

Passanten informieren sich in Seoul über das Erdbeben wegen des angeblichen Nukleartests in Nordkorea. play

Passanten informieren sich in Seoul über das Erdbeben wegen des angeblichen Nukleartests in Nordkorea.

AP

Dennoch: Sollten die Angaben Nordkoreas über den angeblich erfolgreichen Wasserstoffbomben-Test stimmen, wäre das besorgniserregend.

Wasserstoffbomben verfügen nicht nur über eine deutlich höhere Sprengkraft als konventionelle Atombomben. Miniaturversionen können zudem mit Marschflugkörpern transportiert werden – und so auf Japan oder gar die USA abgefeuert werden.

Die internationale Gemeinschaft ist alarmiert. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, hat sich heute zu einer Krisensitzung getroffen. (bau)

Publiziert am 06.01.2016 | Aktualisiert am 06.01.2016
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9 Kommentare
  • Martin  Amacker aus Susten
    06.01.2016
    Wenn die Bombe so gut ist wie das Deutsch in der Schlagzeile haben wir nichts zu befürchten....
  • Oliver  Hardy 06.01.2016
    .....Anstatt H-Bomben und A-Bomben zünden sollte sich Kim mal um sein Volk kümmern.Solche Tests kosten hunderte von Mio. gleichzeitig sind ein Drittel der 24 Mio.Einwohner unterernährt.Aber eben nach 60 Jahren Kommunismus ist das Volk nichts mehr anderes gewohnt.Schade.
    • Marco  Weber 07.01.2016
      Genau ich denke nicht das Kim sich um das Volk kümmern will! Also kann er machen was er will!
  • Marco  Hanhart , via Facebook 06.01.2016
    Das perverse daran ist ja eigentlich nicht, dass sie eine H-Bombe haben könnten sondern dass man nun beim runterspielen dieser Behauptungen so tut als ob es selbstverständlich ist, dass sie Atombomben haben.
    • Marco  Weber 07.01.2016
      Wo ist das Problem? Russland und die USA haben hunderte Atombomben! und das stört ja auch niemanden?
  • Hans  Scheidegger 06.01.2016
    Unabhängig davon, ob es Nordkorea gelingen wird, eine Wasserstoffbombe herzustellen, ist das Drohen damit ein typisches Verhalten von Kim Jong Un. Um intern fest im Sattel zu sitzen, lenkt er mit Drohgebärden nach aussen ab; mit solchen Feindbildern versucht er, das in grösster Armut dahin vegetierendes Volk hinter sich zu scharen. Dies gelingt ihm auch, nicht zuletzt natürlich durch seine Schreckensherrschaft zusammen mit seiner immens grossen Armee, mit der er "sein" Volk unterdrückt.
  • Enrico  Caviezel 06.01.2016
    Da wach ich morgens auf und gehe zufrieden zur Arbeit und denke, was für eine schöne heile Welt die ich um mich herum habe... dann lese ich den Blick und alles wandelt sich in Weltuntergangsstimmung. Kim baut Atombombe, IS bedroht den Weltfrieden, Frauen werden begrabscht, etc.
    Wahnsinn das man nach dem Kalten Krieg gar nichts gelernt hat und das eine Handvoll Menschen unseren Planeten dem Untergang näher bringen. E.T. nach Hause telefonieren, holt mich ab!
    • Marco  Weber 06.01.2016
      Dann war heute aber nach langer Zeit wieder mal Nachrichten gelesen oder?