Ex-Polizist über die Zustände am Kölner Hauptbahnhof: «Es ist immer dieselbe Tätergruppe»

Er war 11 Jahre lang Polizist der Bundespolizei und nennt sich heute noch «Sergeant». Auf Facebook schreibt Kampfsport-Star Nick Hein (31), wie es am Kölner Hauptbahnhof zu und her geht – und nimmt seine ehemaligen Kollegen in Schutz.

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Nach den Übergriffen auf mehrere Dutzend Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof steht die Polizei im Kreuzfeuer der Kritik. Der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers wurde gefeuert.

In einem vielbeachteten Facebook-Beitrag nimmt der ehemalige Bundespolizist Nick Hein (31) nun seine Ex-Kollegen in Schutz. «Es scheint ein bewährtes Mittel der Politik zu sein, beim eigenverschuldeten Komplettversagen einen Dummen ausfindig zu machen. Es scheint so, als sei der Dumme im Polizisten gefunden.» Dieser Schuldzuweisung widerspreche er vehement.

«Ein besonderer Ort, der besondere Polizisten braucht»

Hein ist heute Kampfsportler. Er tritt unter anderem bei der UFC (Ultimate Fighting Championship) an. Zuvor stand er laut eigenen Angaben elf Jahre lang im Dienst der Deutschen Bundespolizei, die letzten drei Jahre verbrachte er mit den Polizistinnen und Polizisten der Bundespolizeiinspektion Köln Hauptbahnhof.

Heins Facebookeintrag findet grosse Beachtung. Über 180'000 Menschen haben «Gefällt mir» angeklickt. Mehr als 73'000 Mal wurde der Beitrag bisher geteilt.

«Fast immer dieselbe Tätergruppe»

Die Dienstjahre in Köln seien mit Abstand die aufregendesten gewesen, schreibt Hein: «Der Hauptbahnhof ist ein besonderer Ort mit besonderen Menschen, der besondere Polizisten braucht.» Am Hauptbahnhof bekomme man es mit besonderen Abgründen zu tun, wie Drogenschicksalen, organisiertem Diebstahl, Asyl und Suizid.

Das mit Abstand grösste Kriminalitätsphänomen vor Ort sei der Taschendiebstahl: «Wir haben an belebten Tagen zwischen zwanzig und dreissig Diebstähle aufgenommen.» Bei den Intensivtätern sei es fast immer dieselbe Tätergruppe gewesen: «Nordafrikaner im Asylverfahren.»

«Für mich bis heute unfassbar»

Asylbewerber könnten, während ihr Antrag geprüft wird, Straftaten begehen, ohne Angst zu haben, ausgewiesen zu werden, behauptet Hein weiter. Der Grund dafür sei in Artikel 53 des Aufenthaltsgesetzes zu finden. Dieser sehe eine Ausweisung von Ausländern nur in schwerwiegenden Fällen vor. Hein: «Das heisst, dass die Strafttaten, die mit weniger als drei Jahren Freiheitsstrafe belegt sind, das Asylverfahren nicht beeinflussen. Das ist für mich bis heute unfassbar.»

Deutschland in Angst vor dem Grapscher-Mob

Während diese Nische für Straftäter sei Jahren unberührt bliebe, gingen seine Kollegen Tag für Tag pflichtbewusst zur Arbeit und leisteten nach bestem Wissen und Gewissen ihren Dienst.

«Permanente Sparpolitik»

Kritik übt Hein auch an der «permanenten Sparpolitik des Bundes». In der Regel sehe der Dienstplan zehn einsatzfähige Polizisten für den gesamten Bahnhof und Umgebung vor. Zwar kämen in der Regel zur Silvesterzeit noch mehr Kräfte dazu. Weil zu dieser Zeit aber überall Polizeipräsenz gefragt sei, sei diese Unterstützung jeweils begrenzt: «Und nun wirft man der Polizei vor, dass sie diesen Mob nicht unter Kontrolle bekommen und die Täter dingfest gemacht hat.»

«Packt doch eure Klamotten, geht nach Hause!»

Hein betont, nicht grundsätzlich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen zu sein: «Unsere Regierung ist durch exorbitante Waffenexporte nicht unschuldig an dieser Situation.» Es sei jedoch äusserst wichtig, dass Verstösse gegen das deutsche Recht konsequent geahndet und ein Aufnahmeverfahren beeinflussen würden: «Ansonsten macht sich unser Rechtssystem lächerlich.» (ant)

Publiziert am 12.01.2016 | Aktualisiert am 01.05.2016
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  • Rolf  Hobi 12.01.2016
    Frau Jost, du meine Güte, jetzt setzen Sie sich ein für die Umsetzung des SVP Anliegen, der Ausschaffung von kriminellen Ausländern? Sie wollen also, das die Ausschaffungsiniatitive umgesetzt wird? Warum den nicht gleich die Durchsetzungsiniatitive annehmen, kommt doch auch von der SVP? Oder sollte man da zwischen Ihren Zeilen etwa eine Furcht vor der neuen, schärferen Gangart rauslesen, weil dann keine Spielräume wie bisher gegeben sind, weiterhin diesen unsäglichen Täterschutz zu betreiben?
  • Samuel  Rohrbach 12.01.2016
    Die Zahlen in der CH bestätigen die Vorkommnisse in D: Die Wahrscheinlichkeit, wegen eines Sexualdeliktes angezeigt zu werden, liegt in der CH bei Tunesiern um mehr als zehnmal höher als bei Einheimischen. Bei Algeriern ist das Verhältnis 9:1. Bei Irakern 8:1. Kein Rassismus, sondern einfach nur Zahlen vom Bundesamt für Statistik.
    • Marco  Weber 12.01.2016
      Korrekt die "Wahrscheinlichkeit!!! Die Tatsächlichen Zahlen sprechen aber eine andere Sprache!
  • Andreas  Meier aus Zuerich
    12.01.2016
    Einer der nicht mehr im Dienst ist. Anscheinend trauen sich die Leute, die im Dienst sind, nichts mehr zu sagen. Und das ist die ach so freie Demokratie mit ihrer ach so freien Meinungsaeusserung.
    • Don  Camillo 12.01.2016
      Das ist so, das weiss ich aus eigener, fast 30 Diensterfahrung. Es wird zwar immer betont, dass Kritik erwünscht sei, aber sie vergessen einem zu sagen, dass Kritik zum Karriereknick führt oder gar zur Entlassung. Ich kenne viele noch aktive Polizisten, die sich nicht einmal getrauen, zu einem Ex-Kollegen zu stehen, aus Angst vor möglichen Konsequenzen. Es herrscht ein Klima der Angst innerhalb der Corps und daraus folgend eine stillschweigende Akzeptierung von Missständen.
  • Bernd  Lehnherr , via Facebook 12.01.2016
    Ja so langsam kommt immer mehr zum Vorschein.Natuerlich haben die Politiker,mit dem EX-Polizeichef,Wolfgang Albers einen Dummen gefunden,der nichts anderes als ein Bauernopfer geworden ist.Jetzt werden endlich die Verheimlichungen und Vertuschungen aufgedeckt.Auch in Schweden wurde nun aufgedeckt,das jahrelange Vertuschungen ueber Kriminalitaet von Auslaendern und Asylanten betrieben wurde.Es soll nicht sein,was nicht sein darf.
  • Karin  Schwegler 12.01.2016
    Oho, das wird aber Oma Merkel nicht gerne hören. Die will das ja schaffen - auf Kosten des Volkes, der Friedens, des Wohlstandes und der Freundschaften mit allen anderen Ländern.