Everest-Räum-Equipe findet fünf Leichen Schweizer Alpinist Gianni Goltz geborgen

KATHMANDU ─ Eigentlich wollten die 20 Sherpas am Everest den Abfall von Expeditionen einsammeln. Doch dann fanden sie die Leichname von fünf Bergsteigern. Auch den des Schweizers Gianni Goltz.

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Unter der Leitung von Expeditions-Leiter Chakra Karki wurden mit Einverständnis der Familien zwei Leichen nach unten gebracht: diejenige des Schweizers Gianni Goltz und des Russen Sergej Duganow.

Der Tessiner Goltz war im Mai 2008 während den Dreharbeiten eines SF-Dokumentarfilms «Sherpas ─ die wahren Helden am Everest» beim Abstieg an Erschöpfung gestorben. Der Himalaya-erprobte Bergsteiger hatte den höchsten Berg der Welt ohne Sauerstoff bestiegen.

Sein Tod warf einen Schatten auf den Schweizer Dokumentarfilm, welcher eine Gruppe Schweizer Bergsteiger auf den Gipfel begleitete. Der Film zu Ehren der Sherpas wurde im Mai 2009 ausgestrahlt.

Die anderen Leichen wurden nicht geborgen. US-Bergsteiger Scott Fisher etwa, der bei einer tödlichen Expedition von 1996 ums Leben kam, sei am Berg geblieben, sagte Chakra Karki: «Wir sahen Fishers Leiche und fotografierten sie, aber wir haben ihn nicht angerührt. Die Familie hatte das nicht erlaubt, und wir respektieren das.»

Seit der Erstbesteigung des 8848 Meter hohen Gipfels 1953 haben rund 300 Menschen am Everest ihr Leben verloren.

Berge von Müll

Eigentliches Ziel der Sherpa-Expedition war die Beseitigung von Abfall, den die Bergsteiger Jahr für Jahr im Himalaya zurücklassen. Auf 6000 Metern Höhe seien bedeutende Mengen Müll gefunden worden, sagte Karki.

Jedes Expeditionsteam muss bei den nepalesischen Behörden 4000 Euro Kaution hinterlegen und anschliessend nachweisen, dass es alle Gegenstände, die es mit nach oben nahm, auch wieder nach unten gebracht hat. Die Regel ist aber schwer durchzusetzen. (SDA/snx)

Publiziert am 26.05.2010 | Aktualisiert am 02.01.2012
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