In Brücke gedonnert Zwei Tote bei Havarie eines Schweizer Schiffs

ERLANGEN (D) - Zwei Besatzungsmitglieder sind bei der Havarie des Schweizer Hotelschiffs «Viking Freya» auf dem Main-Donau-Kanal in Bayern getötet worden. Vermutlich war die Kanzel nicht eingeklappt.

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Auf der Donau ist in der Nacht auf Sonntag das Schweizer Hotelschiff «Viking Freya» mit einer Brücke kollidiert. Der Unfall passierte um 01.30 Uhr im bayerischen Erlangen. Vermutlich waren Reling und Kanzel nicht eingeklappt, als das Schiff nahe der Schleuse Erlangen-Kriegenbrunn eine Brücke passieren wollte. Das berichtet reporter-24.com.

Laut ersten Informationen war der Kapitän des Schiffes zum Unglückszeitpunkt dienstfrei unter Deck. Das Kommando hatten zwei Offiziere. Beide wurden beim Abriss der Kanzel getötet. «Bei den Opfern handelt es sich um zwei 33 und 49 Jahre alte Männer ungarischer Staatsangehörigkeit», sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. 

Die umfangreiche Evakuierung der 181 Fahrgäste und 49 Crewmitglieder begann erst gegen 6 Uhr, weil zuvor Sicherungsmassnahmen am Schiff vorgenommen werden mussten. Beispielsweise stand die schwer beschädigte Steuerkanzel zeitweise unter Strom.

Die meisten Passagiere stammen aus Nordamerika. Für sie wurde ein Notsteg gebaut. 

 

 

Das Schiff gehört der Viking River Cruises AG mit Sitz am Schäferweg 18 in Basel. Die Firma war 1997 in Russland gegründet worden. Gründer und heutiger Generaldirektor ist Torstein Hagen.

Bei der Viking River Cruises AG herrscht Betroffenheit. Das Medienbüro zu BLICK: «Wir sind bestürzt. Wir haben Leute nach Erlangen geschickt, um mit den Ermittlern die Unfallursache herauszufinden.» Die Passagiere hätten die Wahl, die Reise auf einem andern Schiff fortzusetzen oder umgehend nach Hause zurückzukehren.

Bereits im Juni waren an einem Wochenende zwei Passagierschiffe in Bayern havariert. Nahe Bad Abbach stiess ein Flusskreuzfahrtschiff auf der Donau bei starker Strömung gegen einen Brückenpfeiler, bei Riedenburg krachte ein Kabinenschiff auf dem Main-Donau-Kanal gegen ein Baugerüst. Die insgesamt knapp 500 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden unverletzt in Sicherheit gebracht. (SDA/gf)

Publiziert am 11.09.2016 | Aktualisiert am 12.09.2016
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4 Kommentare
  • Regina  Nemeth aus Wien
    11.09.2016
    Sehr geehrter Herr Keller,
    ich bin kein Fan der "edlen" Reederei aber wenn Sie Richtung Donaudelta fahren sind Sie über "Billigpersonal" mit gültigem Patent, das sich auch in Landessprache verständigen kann nicht unbedingt undankbar. Die offiziellen nautischen Sprachen auf dieser Route sind übrigens Deutsch und Russisch. Ich kannte diese Kollegen nicht fühle aber mit deren Lieben und Familien. R.i.p.

  • Ernst  Ruetimann aus Trang
    11.09.2016
    Es musste mal so kommen - die Schiffe werden immer groesser gebaut , um noch mehr zahlende Passagiere aufzunehmen , aber die Infrastrucktur Landseitig ist noch dieselbe wie im letzten Jahrhundert ! Dann noch hoher Wasserstand und nicht aufgepasst , dass bei den kommenden Bruecken die Reeling und das Steuerhaus demontiert werden muessen .-
  • Roger  Berger 11.09.2016
    Es scheint für mich auf Grund der Fotos so zu sein, dass das Schiff infolge des hohen Wasserstandes die beiden Brücken gar nicht hätte unterfahren werden dürfen. Dass zudem die Kommandobrücke nicht eingezogen wurde, wirkte fatal für die beiden Steuermänner.
    • Rodolfo  Keller 11.09.2016
      Der Unfall hat nichts mit dem Wasserstand zu tun; die Schiffe auf dem Main sind es gewohnt, nur ganz wenig Raum nach oben zu haben. Der einzige Grund: Die Schiffsführer haben vergessen, den Steuerstand einzufahren. Kommt immer wieder mal vor, endet häufig tödlich. Hat möglicherweise auch damit zu tun, dass die edle Schweizer Reederei vorzugsweise Billigpersonal aus Osteuropa einstellt.