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Barack Obama und seine Frau Michelle heute Abend bei der Ankunft in London. (Reuters)
Es ist Barack Obamas erste lange Auslandsreise als US-Präsident. Und auch gleich seine wichtigste angesichts der zu bewältigenden Herausforderungen in der Finanzkrise. Denn am G-20-Gipfel muss die Weltwirtschaft gerettet werden. Erschwerdend kommt dazu, dass Europa dem 2-Billionen-Dollar-Konjunkturpaket, das Obama am G-20 vorstellen wird, eher skeptisch gegenüber steht.
Nicht nur deswegen gilt es, Europa als starken Partner einzubinden. Tatsächlich ist ein weiteres Hauptziel des Besuches aus Amerika der intensive Meinungsaustausch mit der europäischen Spitze.
Unwichtiges Europa?
Denn obwohl Europa Obama in seinem Wahlkampf enthusiastisch unterstützt hatte, fielen Kontakte zur europäischen Führung nach seinem Wahlsieg eher spärlich aus. Die Krise daheim erforderte die ganze Aufmerksamkeit Obamas.
Die fehlende Tuchfühlung könnte aber auch damit zusammenhängen, dass Europa dem neuen US-Präsidenten nicht sehr vertraut ist. Indonesien, wo Obama aufwuchs, oder Afrika, wo er familiäre Bande hat, sind ihm näher, warfen Kritiker bereits während des Wahlkampfes ein. Dass Europa für die neue US-Regierung weniger Gewicht haben könnte, zeigte auch der erste Auslandsamtsbesuch von Aussenministerin Clinton. Dieser führte sie nach Asien und erst dann nach Europa.
Dies soll sich nun ändern, wie Obamas Sprecher im Vorfeld seines Besuches versicherten.
Damit sich Europa von der Weltmacht nicht stiefmütterlich behandelt fühlt, unterstreicht Washington nachdrücklich, dass die Beziehung zum «alten Kontinent» seit dem Amtsantritt Obamas auf eine neue, bessere Ebene gestellt worden sei. Verwiesen wird etwa auf die Schliessung Guantánamos oder die neue Klimapolitik.
G-20: Konfliktpotential umgangen
Trotz aller Vorsätze: Wichtige Streitpunkte am G-20-Gipfel bereits im Vorfeld aus der transatlantischen Debatte gestrichen worden. Etwa, welches Land wie viel Geld für Konjunkturprogramme bereitzustellen hat. Oder den Einsatz europäischer Soldaten in Afghanistan.
(gux)