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Denn jetzt kommt die Euro-Busse. Die EU will künftig gegen Verkehrssünder, die ihre Bussen nicht bezahlen, europaweit hart vorgehen.
Bisher war das Bussen-Kassieren in einem anderen Land eine mühsame Sache. Einzelne Städte stellten sogar private Schuldeneintreiber ein. Allerdings mit wenig Erfolg.
Dank dem geplanten «Euro-Strafzettel» können die Bussen im Heimatstaat des Fahrzeughalters eingetrieben werden.
Keine Frage: Die Schweiz wird mitziehen müssen! Folco Galli vom Bundesamt für Justiz: «Wir müssten das mit der EU jedoch noch genau aushandeln.»
Sicher ist: Schweizer Autofahrer zögern nicht, im Ausland eingefangene Verkehrsbussen wegzuwerfen.
In Rom zum Beispiel zahlten letztes Jahr lediglich 22 Schweizer Autofahrer ihre Busse. Die übrigen 168 gebüssten Eidgenossen reagierten nicht auf die Zahlungsaufforderungen.
«Insgesamt mussten wir rund eine Million Euro Bussengelder abschreiben», sagt Emiliano Bezzon, Kommandant der Römer Stadtpolizei. 2007 wurden in Rom fast 13000 Strafzettel gegen ausländische Autofahrer ausgestellt – nur 431 bezahlten ihre Busse.
Ähnlich anderswo. Von den 2007 in Mailand gebüssten 25000 Ausländern bezahlte nur jeder Fünfte.
Die Polizei in London beklagt gar 300000 ausstehende Verkehrsbussen, in Belgien sind es rund 200000.
In der Schweiz ist es auch nicht besser. Auch hier zahlen die meisten ausländischen Verkehrssünder ihre Bussen nicht.
In Zürich zum Beispiel werden jährlich etwa 120000 Verkehrsverletzungen durch ausländische Fahrzeughalter registriert. 2005 zum Beispiel musste die Stadt Ordnungsbussen von rund 8 Millionen Franken abschreiben.
Aber so ganz risikolos ist es für Ausländer nicht, Verkehrsbussen schuldig zu bleiben: An der Grenze ist ihre Autonummer bekannt. Sie können gestoppt werden. Und wenn sie nicht auf der Stelle bezahlen, kann ihr Auto sogar beschlagnahmt werden. Und die Busse kann auch in Gefängnis umgewandelt werden.