EU EU-Parlament verlangt von Marine Le Pen fast 340'000 Euro zurück

Brüssel – Das EU-Parlament verlangt fast 340'000 Euro von der französischen Rechtsextremistin Marine Le Pen zurück. Das verlautete am Montag aus Parlamentskreisen in Brüssel.

Marine Le Pen, EU-Abgeordnete und Chefin der rechtsextremen Front National (FN) bezahlte mit EU-Geldern zwei Parlamentsmitarbeiter, die ausschliesslich für ihre Partei arbeiteten. (Archivbild) play
Marine Le Pen, EU-Abgeordnete und Chefin der rechtsextremen Front National (FN) bezahlte mit EU-Geldern zwei Parlamentsmitarbeiter, die ausschliesslich für ihre Partei arbeiteten. (Archivbild) KEYSTONE/AP/CLAUDE PARIS

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Die EU-Abgeordnete und Chefin der rechtsextremen Front National (FN) hat demnach mit den EU-Geldern zwei Parlamentsmitarbeiter bezahlt, die aber ausschliesslich für ihre Partei arbeiteten. Die EU-Antibetrugsbehörde OLAF hat das EU-Parlament demnach bereits im August aufgefordert, die 339'946 Euro von Le Pen zurückzufordern.

Le Pen wurde laut den Angaben am 30. September aufgefordert, sich zu der Angelegenheit zu äussern. Diese Frist habe die FN-Chefin aber verstreichen lassen. Le Pens Anwalt Marcel Ceccaldi sagte der Nachrichtenagentur AFP, seine Mandantin werde erst mit den EU-Behörden zusammenarbeiten, wenn OLAF einen vollständigen Bericht zu dem Fall vorgelegt habe.

Nach Angaben von OLAF wurden die Ermittlungen in dem Fall jedoch bereits im Juli abgeschlossen. Dem EU-Parlament sei ein «Abschlussbericht» mit «finanziellen Empfehlungen» vorgelegt worden.

Le Pens Anwalt sagte zur Verteidigung seiner Mandantin, die Tätigkeiten einer EU-Parlamentarierin und einer Parteichefin seien kaum zu trennen. Auch Debatten in Frankreich und Europa über Themen wie die Flüchtlingskrise oder die Reisefreiheit im Schengenraum seien «eng miteinander verknüpft».

Die Scheinbeschäftigungs-Affäre um die Front National beschäftigt das EU-Parlament schon seit über anderthalb Jahren. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hatte im März 2015 die Antibetrugsbehörde OLAF eingeschaltet. Auch die Pariser Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Zuvor waren die Namen von 20 Assistenten von FN-EU-Abgeordneten auch im Partei-Organigramm der Front National aufgetaucht. Das nährte den Verdacht, dass die aus EU-Geldern bezahlten Mitarbeiter nicht oder nicht nur für die EU-Parlamentarier arbeiteten, sondern für die Partei.

Im Zuge der französischen Ermittlungen wurde im Februar auch das Anwesen von FN-Gründer Jean-Marie Le Pen in Saint-Cloud bei Paris durchsucht. Der 88-Jährige sitzt seit Jahren im EU-Parlament. Im Juni wurde bekannt, dass das EU-Parlament von ihm rund 320'000 Euro zurückverlangt, ebenfalls wegen der Zweckentfremdung von EU-Geldern für die regelwidrige Beschäftigung eines Mitarbeiters.

Bei den Europawahlen 2014 war die FN stärkste Kraft in Frankreich geworden. Sie ist mit mehr als 20 Abgeordneten im EU-Parlament vertreten. Bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr würde Marine Le Pen nach derzeitigen Umfragen sicher in die Stichwahl kommen. (SDA)

Publiziert am 31.10.2016 | Aktualisiert am 31.10.2016
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