ESA verliert Funkkontakt Ist Modul «Schiaparelli» auf Mars gecrasht?

DARMSTADT (D) - Es wäre eine Premiere für die europäische Raumfahrt. Heute Nachmittag sollte das 600 Kilogramm schwere Modul «Schiaparelli» auf dem Mars landen. Doch die ESA hat in den entscheidenden Sekunden den Funkkontakt verloren.

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Um 17 Uhr Schweizer Zeit ist das Modul «Schiaparelli» in die dünne Mars-Atmosphäre eingetaucht und hätte kurze Zeit später landen sollen. Momentan fehlt von ihm jede Spur. Laut der Weltraumbehörde ESA sei dies aber (noch) kein Grund, sich sorgen zu machen. Die Wissenschafter hoffen, das Signal in den nächsten Stunden wieder aufzuspüren.

Die Europäer führen die Mission gemeinsam mit den Russen durch, darum liefert der Sender «Russia Today» einen Livestream aus dem Kontrollzentrum in Darmstadt.

ESA-Livefeed (via RT)

 

Berner Superkamera an Bord

Sieben Monate nach dem Start von ExoMars hatte sich ein Testlandemodul am Sonntag vom TGO getrennt. Die 600 Kilogramm schwere Sonde «Schiaparelli» soll an diesem Mittwoch auf dem Mars landen und von dort Daten senden - eine Premiere für Europas Raumfahrt.

Der Forschungsapparat TGO bleibt im Orbit und untersucht die Atmosphäre. An Bord des TGO befindet sich auch die an der Universität Bern entwickelte Stereokamera «CaSSIS», die hochauflösende Bilder der Marsoberfläche liefern und dabei helfen soll, die Quelle von Spurengasen und Hinweise auf flüssiges Wasser zu finden.

ESA-Chef Jan Wörner bezeichnete das Abkoppeln des Testlandemoduls «Schiaparelli» als wichtigen Schritt zur Erforschung des Roten Planeten. «Eine Mission zum Mars hat viele Herausforderungen. ExoMars hat einige hinter sich - aber einige stehen uns auch noch bevor», sagte Wörner der Nachrichtenagentur dpa. Russland und Europa wollen in einer zweiten Phase 2020 ein Forschungsfahrzeug zum Mars schicken.

«Schiaparelli» ist nach dem italienischen Mars-Forscher Giovanni Schiaparelli (1835-1910) benannt. Die Landung des Moduls am Mittwoch soll 121 Kilometer über dem Marsboden beginnen und etwa sechs Minuten dauern. Nach gut drei Minuten geht bei einer Restgeschwindigkeit von 1700 Kilometern pro Stunde ein zwölf Meter grosser Fallschirm auf. Eine Art Airbag federt den Aufschlag auf den letzten zwei Metern ab.

Eine Kamera soll während der Landung 15 Schwarz-Weiss-Fotos von der Oberfläche des Wüstenplaneten schiessen. Schon einmal, an Weihnachten 2003, versuchten die Europäer eine Marslandung. Doch das Modul «Beagle 2» sendete nach dem Aufsetzen keine Daten zur Erde. (bö/SDA)

Publiziert am 19.10.2016 | Aktualisiert am 20.10.2016
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  • Hugo  Wirz 19.10.2016
    Und in vielen Jahren wird da oben ein Wall-E sein, der den ganzen Müll wieder aufräumt...