Kampusch-Detektiv überzeugt Es gibt sicher einen 2. Täter!

  • Publiziert: 22.04.2008, Aktualisiert: 20.01.2012

WIEN – Der Fall Natascha Kampusch wird immer mysteriöser. Gab es ein zweites Verlies? Und doch einen zweiten Täter?

Privatdetektiv Walter Pöchhaker: Jahrelang ermittelte er im Entführungsfall Natascha Kampusch. Zuerst im Auftrag der Zeitung «Kurier» – dann auf eigene Faust. Dabei kam er zur Überzeugung: «Nataschas Entführer hatte einen Komplizen.» Die österreichischen Behörden sind hingegen sicher: Wolfgang Priklopil war ein Einzeltäter.

Priklopil entführte Natascha 1998 als zehnjähriges Mädchen in einem Vorort von Wien. Acht Jahre lang hielt er sie in seinem Keller fest. Dann gelang ihr die Flucht. Priklopil brachte sich um.

Pöchhaker: «Priklopil kann unmöglich allein gehandelt haben.» Dass die Ermittlungen nach einem Mittäter damals schon nach Wochen eingestellt wurden, findet er «ungeheuerlich. «Da werden Pädophile weiterhin auf Kinder losgelassen.»

Die Ermittlungen sind auch sonst von Pannen gekennzeichnet: Zweimal kam Priklopil in den Fokus der Ermittler – zweimal liess man ihn laufen. Pöchhaker: «Das ist der grösste Polizeiskandal in der Geschichte Österreichs.» Und: «Es wird weiterhin versucht, die Ermittlungspannen zu vertuschen.»

Pöchhaker berät auch Ex-Richter Martin Wabl (67). Wabl glaubt, Nataschas Mutter Brigitta Sirny habe den Entführer gekannt. Das will er im Prozess am 15. Mai beweisen (im BLICK). Kampusch und ihre Mutter sind als Zeugen vorgeladen. Pöchhaker: «Es wird eine grosse Überraschung geben.»

Die Zeitung «Heute» zitierte erneut aus geheimen Kampusch-Akten. Eine Richterin: «Es ist nicht auszuschliessen, dass im Garten ein weiteres Versteck eingebaut wurde.» Trotzdem wurde Priklopils Garten nie richtig umgegraben.

Eine weitere Schlamperei. Vielleicht bringt der Prozess endlich Klarheit.

play Ihr Verlies: Natascha Kampusch war acht Jahre lang im Haus ihres Entführers im Keller eingesperrt. (Keystone)

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