Ermittlungen zum Unglück in Bayern Der Fahrdienstleiter schickte die Züge auf Kollisionskurs

Die Ermittler präsentieren ihre Resultate zum Zugunglück von Bad Aibling: Es war menschliches Versagen. Gegen den 39-jährigen wird ein Verfahren eingeleitet.

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Das Zugunglück von Bad Aibling mit 11 Toten und mehr als 80 Verletzten geht nach Angaben der Ermittler auf menschliches Versagen zurück. Für technisches Versagen gebe es keine Anhaltspunkte. Gegen den Fahrdienstleiter sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte am Dienstag der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese in dem oberbayerischen Kurort. Wenn sich der Mann pflichtgemäss verhalten hätte, wäre es nicht zum Crash gekommen.

Man gehe nicht von einer vorsätzlichen Tat aus, sagte der Staatsanwalt vor den Medien. Der Beschuldigte sei verheiratet und 39 Jahre alt, weitere Details geben die Behörden jedoch nicht Preis. Er sei an einem sicheren, den Behörden bekannten Ort – zu seinem eigenen Schutz. «Ihm geht es nicht gut», so der Staatsanwalt. Der Mann habe sich am Montag zum ersten Mal zum Unglück geäussert. Er wurde mehrere Stunden vernommen.

Zum Hergang des Unglücks sagt der Staatsanwalt: «Es wurde ein Sondersignal gegeben, das nicht hätte gegeben werden dürfen.» Und: «Der Fahrdienstleiter hat zwei Notrufe abgesetzt.» Einer der Züge sei 3 bis 4 Minuten verspätet gewesen. Der genaue Unfallshergang werde noch immer untersucht, sprich: Was wann passiert ist. So könne man auch Rückschlüsse darüber ziehen, ob das Unglück hätte verhindert werden können – vielleicht sogar vom Beschuldigten.

Es gebe keine Hinweise, dass der Fahrdienstleiter unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden habe. Ein Alkoholtest habe 0,0 Promille ergeben.

Bei dem schweren Zugunglück am Dienstagmorgen waren elf Menschen ums Leben gekommen. Zwei Regionalzüge waren auf eingleisiger Strecke frontal zusammengeprallt. (rey/sda)

Publiziert am 16.02.2016 | Aktualisiert am 16.02.2016
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Passagier filmt im Todeszug von Bad Aibling Hilft dieses Video bei der Aufklärung des Unglücks?

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11 Kommentare
  • Beat  Haueter 16.02.2016
    Nein, die Technik wars nicht?! Schon bedenklich das die Technik so einfach ausgeschalten werden kann, damit 2 Züge auf Kollision fahren können. Einfach unglaublich was da einem aufgetischt wird. Die NAIVEN werden das selbstverständlich glauben....
    • Thomas  Neuhaus , via Facebook 16.02.2016
      Die Technik muss umgehbar sein. Wäre ja ein Witz, wenn man wegen einer defekten Glühbirne in einem Signal den Zugsverkehr einstellen müsste. Dafür gibt es zum Glück festgelegte Notfallprozeduren. Nur müssen die genaustens eingehalten werden um die Sicherheit trotzdem zu gewährleisten.
    • Thomas  Neuhaus , via Facebook 16.02.2016
      Trotzdem stellt sich die Frage, ob Ausbildung und die Abläufe nicht doch grundsätzliche Sicherheitslücken aufweisen und angepasst werden müssten.
      In der Schweiz beispielsweise fährt ein Zug grundsätzlich (wenige Ausnahmen existieren) nicht mit voller Geschwindigkeit weiter, nachdem er den Befehl zur Vorbeifahrt an einem Halt zeigenden Signal erhielt.
  • Thomas  Hager aus Luzern
    16.02.2016
    Bei einer modernen Modelleisenbahn wäre das nicht möglich. Die Betreiber sollten ihre Software besser bei Märklin kaufen. Die Schuld jetzt dem Fahrdienstleiter geben ist billig, bestrafen sollte man den der die Software bestellt hat. Sowohl dieser Schreibtischtäter als auch die Software sind untauglich. Menschliches Versagen ja aber nicht vom Fahrdienstleiter der nun eine Leben lang damit leben muss.
    • Thomas  Neuhaus , via Facebook 16.02.2016
      Mein lieber Namensvetter. Die richtige Eisenbahn funktioniert doch ein wenig anders als die Modellanlage im Keller.
    • Thomas  Maeder 16.02.2016
      Dann fahren Sie demnächst mit der Märklin-Eisenbahn zur Arbeit oder sonst mit dem Modellauto, wenn Ihnen das lieber ist. Am Anfang wird es vielleicht etwas eng sein, aber da gewöhnen Sie sich sicher schnell daran.
  • Gian  Schumacher aus Köniz
    16.02.2016
    da werden wohl einige anti-nationalistische Schweizer Ideologen betupft sein. Die hatten in den Kommentaren ja schon vorsorglich der Schweiz eine Schuld am Unglück vorgeworfen. Nächster Versuch?!
  • André  Baldin 16.02.2016
    Und wieso hat das automatische Zugsicherungssystem nicht angesprochen?
    • Anna  Göldi 16.02.2016
      Weil es eine funktion gibt, das zu überbrücken.ist aber für den störungsfall gedacht, und nicht für den verspätungsfall
  • Rainer  Hüppi 16.02.2016
    Wenn es ein Sicherheitsystem erlaubt, dass zwei Züge auf Kollisionskurs abgefertigt werden qualifiziert es sich selbst. Bahngesellschaften welche solche Systeme im Bertieb haben, sollte unverzüglich die Konzession entzogen werde. Es ist mehr als billig vom Management, die Schuld nun ausschliesslich dem Fahrdienstleiter in die Schuhe schieben wollen.
    • Thomas  Neuhaus , via Facebook 16.02.2016
      Dann dürfte kein einziger Zug mehr fahren!
      Kein Sicherungssystem lässt es einfach so zu, kurz mal schnell zwei Züge auf ein und das selbe Gleis fahren zu lassen. Für den Störungsfall - und nur dafür - müssen aber einzelne Sicherheitsfunktionen unter Anwendung der Notfallprozeduren umgehbar sein. Fahrdienstleiter werden eigentlich dafür Ausgebildet, sie korrekt anwenden zu können.