News-Ticker aus Oslo – Protokoll Samstag, 23. Juli Ermittler: «Es war eine Bombe im Stil Oklahomas»

OSLO - Der Tag nach dem Doppelattentat in Norwegen. Hier gehts zum News-Ticker und zum TV-Livestream.

  • Publiziert: 24.07.2011, Aktualisiert: 20.01.2012

21.40 Uhr Nach Angaben der Nachrichtenagentur «AP» wurde bei dem Bombenanschlag in der Innenstadt von Oslo ein Sprengstoff aus Dünger und Diesel benutzt. Die Art des Zünders sei noch nicht bekannt. Ein Ermittler sprach von einer «Bombe im Stil Oklahomas». In Oklahoma City hatte eine Bombe im Jahr 1995 168 Menschen in den Tod gerissen.

20.30 Uhr
Rund 90 Minuten soll der Todesschütze mit zwei Waffen auf die Jugendlichen geschossen haben. Seine Motive sind nach Angaben der Polizei noch unklar. Der Mann habe sich bei seiner Festnahme nicht widersetzt. Es habe kein Schuss abgegeben werden müssen.

Den Angaben zufolge brauchten die Sondereinsatzkräfte der Polizei 40 Minuten, um auf die Insel zu kommen, weil Boote fehlten. Jetzt sollen die Umstände untersucht werden.

20 Uhr Die Zahl der Opfer auf der Insel ist nach Angaben der Polizei auf 87 gestiegen. Damit sind gestern insgesamt 94 Menschen ums Leben gekommen.

19.44 Uhr
Der «Daily Telegraph» berichtet, Spezialkräfte der Polizei seien erst 95 Minuten nach den ersten Schüssen auf der Insel eingetroffen.

18.40 Uhr
Laut Polizei ist bislang noch unklar, ob gestern nur ein Schütze auf der Insel unterwegs war. «Wir gehen der Behauptung von Augenzeugen nach, wonach es einen zweiten Angreifer gab.» Der Hauptverdächtige habe gestanden, auf Utoya gewesen zu sein, dass er Zugang zu Waffen hatte und er Schüsse abgegeben hat. Als die Polizei gestern auf der Insel eintraf, habe sich der Mann sofort ergeben.

Zudem hat die Polizei einen nicht detonierten Sprengsatz auf der Insel entdeckt.

18.35 Uhr Bei dem Anschlag im Regierungsviertel von Oslo handelte es sich um eine Autobombe, teilt die Polizei mit. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich in einigen der Gebäude noch Tote befänden. Ausserdem suche die Polizei noch nach weiteren Bomben in der Gegend. Die Polizei geht davon aus, dass der Anschlag lange im Voraus geplant war.

18.31 Uhr Laut Polizei wurde der gestern festgenommene Täter den ganzen Tag in Oslo verhört. Er habe einen Rechtsanwalt und einige Verbrechen gestanden, die mit gestern in Zusammenhang stünden.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer auf der Insel und bei dem Bombenanschlag in Oslo liegt nun bei 92. Die Polizei erwartet keine deutliche Zunahme.

18.17 Uhr Pressekonferenz der Polizei.
Die Behörde teilt mit, dass auf Utoya noch zwischen vier und sechs Personen vermisst werden. Ihre Namen gibt sie nicht bekannt. Die Zahl der Todesopfer auf der Insel könnte also auf bis zu 91 steigen.

Die Namen der bestätigten Todesopfer sollen erst dann bekanntgegeben werden, wenn die Angehörigen verständigt sind.

18.01 Uhr
Die Nachrichtenagentur «NTB» berichtet, die Polizei habe in Oslo vorübergehend ein Viertel evakuiert. Betroffen war ein Gebiet in der Nähe des Regierungsviertels, wo gestern eine Bombe hochging. es habe keine Bombendrohung gegeben, sagte die Polizei später.

17.28 Uhr
Nach Angaben der in Stockholm ansässigen Expo-Stiftung, die rechtsextreme Aktivitäten überwacht, ist der festgenommene Täter seit 2009 bei einem schwedischen Neonazi-Internetforum registriert.

16.31 Uhr
Kampf ums Überleben: Laut Nachrichtenagentur «NTB» werden 28 Verletzte im Osloer Ullevål-Krankenhaus behandelt. 17 von ihnen waren durch Schüsse auf der Fjordinsel Utøya, elf durch die Bombenexplosion im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt verletzt. Die meisten der Patienten hätten schwere oder lebensgefährliche Verletzungen erlitten.

16.13 Uhr Norwegens Premierminister hat nach Angaben der Nachrichtenagentur «Reuters» mitgeteilt, Norwegen arbeite nun mit ausländischen Nachrichtendiensten zusammen. Man wolle herausfinden, ob jemand aus dem Ausland an dem Bombenanschlag und dem Insel-Massaker beteiligt war.

15.53 Uhr
Die offizielle Zahl der Toten beim Insel-Massaker ist auf 85 gestiegen.

15.21 Uhr: Die norwegsiche Zeitung «VG» berichtet, dass das Massaker auf der Insel Utøya womöglich von zwei Tätern durchgeführt wurde. Jugendliche des Camps hätten dies nicht nur gegenüber der Polizei, sondern auch auf «Twitter» gepostet.

15.08 Uhr:
Die offizielle Zahl der Toten beim Insel-Massaker wird auf 84 erhöht. Die Polizei sucht jedoch immer noch nach weiteren Opfern und möglichen Überlebenden. Die Zahl der Toten könnte weiter steigen.

15.01 Uhr
Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey hat die Anschläge in Norwegen verurteilt und den Angehörigen und Freunden der Opfer ihr tiefes Beileid ausgesprochen.

14.50 Uhr:
Die Polizei hat inzwischen gegenüber der Internetseite des norwegischen Fernsehsenders «NRK» vorherige Medienberichte dementiert, wonach sie im Zusammenhang mit den Attentaten von Norwegen nach weiteren Verdächtigen suche.

14.30 Uhr: Der Mann, der heute Nachmittag festgenommen worden war, ist gemäss norwegischer Nachrichtenagentur «NTB» möglicherweise selbst ein Opfer des Massakers der Insel Utøya. Er hatte bereits angegeben, dass er der Arbeiterjugend angehöre, die das Camp veranstaltete. Er habe ein Messer bei sich gehabt, weil er sich nicht sicher fühlte, sagte er gegenüber der Polizei.

14.16 Uhr: Der norwegische König Harald und Königin Sonja besuchen das Hotel, in dem Überlebende und deren Angehörige untergekommen sind.

14.12 Uhr:
Der norwegische Premierminister Jens Stoltenberg ist vor die Presse getreten und hat seinen Landsleuten Mut zugesprochen. Man werde sich von solchen Taten nicht einschüchtern lassen, sagte er. Und weiter: «Diese Insel, die ein Paradies meiner Jugend war, ist zu einer Insel der Hölle geworden.» Stoltenberg sollte heute als Gastredner in dem Jugendcamp in Utoya auftreten.

14.02 Uhr:
Der festgenommene Mann habe angegeben, er habe das Messer bei sich getragen, weil er sich nicht sicher gefühlt habe, berichtete eine NRK-Journalistin, die in der Nähe des Hotels war, in dem sich die Jugendcamp-Teilnehmer aufhielten. Ausserdem habe er versichert, dass er der Arbeiterjugend angehöre, die das Camp veranstaltete. Die Polizei war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

13.35 Uhr:
In dem Hotel, in dem ein Mann mit Messer verhaftet wurde, hielt sich auch der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg auf.

13.30 Uhr: Die zweite Verhaftung fand auf dem Festland, gerade vor der Insel Utøya, statt. In dem Hotel, in dem der Mann festgenommen wurde, werden derzeit die Überlebenden des Massakers hingebracht.

13.20 Uhr: Der zweite Verhaftetete trug ein Messer auf sich und lachte bei seiner Verhaftung. Ob ein Zusammenhang mit dem Doppelanschlag besteht, ist derzeit noch unklar.

13:15 Uhr: Ein zweiter Mann ist verhaftet worden. Angeblich wurde der Mann vor dem Hotel Sunvolden auf dem Festland aufgegriffen.

13.10 Uhr: Die norwegische Polizei sucht nach einem möglichen zweiten Täter der Anschläge von gestern. Das bestätigten Fahndungssprecher heute in Oslo. Als Hintergrund wurden die Angaben von Augenzeugen genannt. Nach den Medienangaben erklärten die Zeugen, dass der mögliche zweite Täter nicht wie der gestern festgenommene Attentäter Anders eine Polizeiuniform getragen habe. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. In ihren bisherigen Erklärungen war die Polizei von einem Einzeltäter ausgegangen.

12.51 Uhr: Die Firma Felleskjopet, bestätigt, dass der Täter am 4. Mai bei ihnen sechs Tonnen Dünger gekauft hat in Rena. Mit Dünger hat Breivik möglicherweise die Autombombe gebaut, welche in Oslo 7 Menschen zerfetzte und Dutzende Verletzte forderte.

12.38 Uhr: Staatsanwältin Carol Sandby sagt gegenüber TV2: Die Polizei suche zur Zeit nicht aktiv nach einem möglichen zweiten Täter.

12.12 Uhr: Bisher unbestätigte Berichte auf Twitter erwägen die Möglichkeit, es könnten auch zwei Attentäter auf der Insel gewesen sein.

11.35 Uhr: Adrian Dracon, ein Überlebender vom Insel-Massaker erklärt auf Sky News: «Ich habe nur überlebt, weil ich mich hinter Leichen versteckt und mich tot gestellt habe.»

10.58 Uhr: Eskil Pedersen, Chef der Jungsozialisten von Norwegen, sagt: «Wir sind geschockt, tief betroffen. Aber wir antworten, indem wir darüber reden, in was wir glauben: Antirassismus und Toleranz. Wir werden hart für unsere Organisation arbeiten in Erinnerung an jene, die wir verloren haben.»

play (Screenshot nrk.no)

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