Erdogan Kritiker im Visier Haftbefehl für «Cumhuriyet»-Chefredaktor und Mitarbeiter

ISTANBUL - Immer mehr Regierungskritiker in der Türkei wandern ins Gefängnis. Nun sind die Journalisten dran.

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Fünf Tage nach seiner Festnahme ist gegen den Chefredaktor der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» Untersuchungshaft wegen Terrorvorwürfen verhängt worden.

Ein Gericht habe am Samstag Haftbefehl gegen Chefredaktor Murat Sabuncu und acht weitere «Cumhuriyet»-Mitarbeiter erlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstagmorgen. Das Gericht in Istanbul ordnete an, dass die Journalisten bis zu ihrem Prozess in Untersuchungshaft bleiben.

Die türkische Justiz hatte die Mitarbeiter der Zeitung am Montag festgenommen. Sie wirft ihnen Verbindungen zu kurdischen Aufständischen vor sowie zu den Verantwortlichen des gescheiterten Militärputschs von Mitte Juli. Die Festnahme der neun Journalisten war international scharf kritisiert worden.

Am Freitag hatte ein Gericht in der Kurdenmetropole Diyarbakir Untersuchungshaft gegen die HDP-Vorsitzenden Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag verhängt. Nach Angaben der Partei wurde insgesamt gegen neun ihrer Abgeordneten Haftbefehl erlassen. Darunter ist auch der Chef der Fraktion im Parlament in Ankara, Idris Baluken.

Bei Polizeirazzien waren insgesamt zwölf HDP-Abgeordnete festgenommen worden. Der deutsch-türkische Abgeordnete Ziya Pir und zwei weitere Parlamentarier wurden unter Auflagen auf freien Fuss gesetzt. 

Die HDP teilte mit, mit weiteren Festnahmen müsse gerechnet werden. Erdogan beschuldigt die zweitgrösste Oppositionspartei im Parlament, der verlängerte Arm der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein. Die Festnahmen der HDP-Abgeordneten riefen international Kritik hervor. 

Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch von Mitte Juli verantwortlich. Gülen weist das zurück. Unter dem nach dem Putschversuch verhängten Ausnahmezustand geht die Regierung mit harter Hand gegen Gegner vor. (SDA)

Publiziert am 05.11.2016 | Aktualisiert am 05.11.2016
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3 Kommentare
  • Urech  Hanna aus Basel
    05.11.2016
    Es ist interessant! Bei Putin wurden sofort Sanktionen, die die Bevölkerung hart trafen ergriffen! Aber vor E. kuschen alle, selbst die SP, OBWOHL er den IS nie richtig bekämpft, sondern die Kurden und weil er halt in der NATO ist! Tausende im Gefängnis, Folter,usw, aber er ist halt ein Verbündeter!Und alle wissen es, dass er ein Diktator ist.Aber er passt halt. Dabei hält er kein einziges Versprechen!
    • süleyman  kovanci 05.11.2016
      Aum besp. welches versprechen hat erdogan er nicht eingehalten ? sie beklagen sich warum keine sanktionen gegen die türkei ausgesprochen wird ! Kann es sein, das der zustandt gar nicht so schlimm ist, wie es in den westlichen medien beschrieben ist ?
  • ben  coratsch 05.11.2016
    Ich zeige mit dem Finger auf jemand und sag "Hexe". So einfach war das früher. Heute muss man viel mehr Aufwand dafür treiben, viel mehr Bürokratie, man könnte fast Mitleid mit dem gröTaz bekommen, muss er doch ein Land regieren in dem es von Staatsfeinden nur so wimmelt.