Erdbeben trifft die indonesische Provinz Aceh Diesmal hielten die Moscheen nicht

JAKARTA - Ein Erdbeben erschütterte am Mittwoch die indonesische Provinz Aceh. Tausende Bewohner flohen ins Landesinnere. Erinnerungen an den Tsunami von 2004 wurden wach.

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Vor zwölf Jahren tötete der grosse Tsunami in der indonesischen Provinz Aceh 180’000 Menschen. Jetzt wütete erneut die Natur: Bei einem Erdbeben mit einer Stärke von 6,5 gestern um 5 Uhr Ortszeit kamen vermutlich über 100 Menschen ums Leben.

Die Erschütterungen überraschten viele Bewohner bei den Vorbereitungen zum islamischen Morgengebet. Hunderte von Häusern sowie nach erster Zählung mindestens 14 Moscheen sind zerstört. Ärzte behandeln ihre Patienten wegen überfüllter Spitäler auf Matratzen im Freien. Aus Angst vor einem Tsunami flüchteten Tausende ins Landesinnere.

Aceh ist der nördliche Zipfel der indonesischen Insel Sumatra. Die radikal-muslimische Provinz führte 2001 die Scharia ein. Der gigantische Tsunami 2004 hatte der Islamisierung Schub gegeben: Die radikalen Muslime glaubten, die Katastrophe sei eine Strafe Allahs gewesen. Und die Moscheen blieben damals weitgehend stehen. Folge war ein eigentlicher Moscheen-Boom.

Nach den Verheerungen des Tsunamis, der wenigstens den in Aceh lange wütenden Bürgerkrieg beendete, gewährte die Zentralregierung den Provinzen mehr Autonomie – also auch die Beibehaltung der Scharia. Seither ist Aceh im an sich eher liberal-islamischen Indonesien die fundamentalistische Ausnahme.

Indonesien wird regelmässig von Erdbeben erschüttert. Der südostasiatische Inselstaat liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring mit äusserst vielen Vulkanen. (gf)

Publiziert am 08.12.2016 | Aktualisiert am 09.12.2016
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