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Nach dem Erdbeben vom 6. April, bei dem 294 Menschen ums Leben kamen, sind 80 Prozent der Schulen in den Abruzzen beschädigt oder vollkommen zerstört. Ganz schlimm: Für das teilweise eingestürzte Spital «San Salvatore» der Regionalhauptstadt LAquila soll es überhaupt keine Betriebsgenehmigung gegeben haben.
Dabei waren die einsturzgefährdeten Gebäude im Erdbebengebiet in den Abruzzen seit zehn Jahren aktenkundig. Der Zivilschutz machte die Behörden bereits 1999 darauf aufmerksam, dass zahlreiche öffentliche Gebäude im Fall eines Erdbebens stark gefährdet seien.
Baugenehmigungen leichtfertig vergeben
Die Experten untersuchten seinerzeit gut 42000 Gebäude in verschiedenen Gebieten Italiens: 171 Schulen, 209 Wohnhäuser und 55 Spitäler stuften sie als extrem gefährdet ein.
Gehandelt wurde nicht. Und der Zivilschutzchef Guido Bertolaso hatte eine zynische Erklärung dafür: «Vorbeugemassnahmen bringen keine Wählerstimmen», sagte er.
Italienische Medien kritisierten, dass auch zahlreiche Gebäude neuer Bauart bei dem Beben in sich zusammengefallen waren. Experten bemängelten zudem, dass Genehmigungen für Anbauten zu leichtfertig vergeben worden seien. (SDA/spj)