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Er entführte 1998 die damals 10-jährige Natascha Kampusch und hielt sie über acht Jahre in seinem Haus gefangen: Wolfgang Priklopil. Über den Nachrichtentechniker, der sich nach der Flucht Kampuschs vor einen Zug stürzte, ist kaum etwas bekannt. Aussagen seines einzigen Freundes werfen nun doch ein erhellendes Licht auf Wolfgang Priklopil.
Die Einvernahmeprotokolle wurden zwei Stunden, nachdem Priklopil von einer Schnellbahn geköpft wurde, von der Polizei aufgenommen und waren bis jetzt unter Verschluss.
Nie eine Chance
Priklopils Freund gibt gemäss «heute.at» zu Protokoll: «Wolfgang beschreibe ich als äusserst korrekt, genau und verlässlich. Er hatte gute Manieren und einen guten Umgang. Er war zu schüchtern, um Mädchen anzusprechen. Wenn es einmal vorkam, dass sich ein Mädchen zu uns gesellte, probierte er an dieses heranzukommen, hatte aber nie eine Chance.»
«Ich glaube, er war zu verbissen ein Mädchen zu haben und ist deswegen daran gescheitert. Auch hatte er meiner Meinung nach zu hohe Ansprüche. Er suchte eigentlich bei Frauen die gleichen Eigenschaften, welche er auch hatte.»
Weiter berichtet Priklopils Freund an jenem 21. August 2004: «Der Tod seines Vaters hat ihn schwer getroffen, ich glaube, er ist nie darüber hinweggekommen. Er hätte auch gerne wie sein Vater mehrere Bekanntschaften gehabt und hat ihm in dieser Beziehung nachgeeifert.» Doch Priklopil blieb Einzelgänger, kam bei den meisten Menschen nicht gut an, zu schüchtern, zu bemüht, zu kontrolliert war er.
Kuchen für Natascha
Einige Wochen vor Kampuschs Flucht soll sich Priklopil verändert haben, wie sein Freund gegenüber der Polizei erklärte: Eine Frau war in Priklopils Leben aufgetaucht. «Vor etwa vier Monaten fragte mich Wolfgang, ob ich durch meine Gattin eine Geburtstagstorte in Form der Zahl 18 backen lassen kann. Er gab an, dass er diese Torte seiner Nachbarin, welche ihm öfters hilft, schenken will.» Die Torte war für Natascha Kampusch.
Es sollte nicht nur beim Kuchen bleiben. Priklopil stellte Natascha bald darauf seinem Freund vor: «Vor etwa zwei Monaten kam Wolfgang mit einem schlanken, zierlichen, jungen Mädchen zu mir in meine Veranstaltungshalle und stellte sie mir als Bekannte vor. Sie wirkte damals äusserst höflich und glücklich …» (gux)