Al-Kaida-Kämpfer aus Düdingen FR tot Er war der Terror-Vater des Toulouse-Killers

ISLAMABAD - Dschihadist Moez Garsallaoui wohnte einst in Düdingen. Dann setzte er sich ins Ausland ab – und koordinierte Anschläge für Al Kaida. Jetzt kam er bei einem Drohnenangriff ums Leben.

  • Publiziert: 18.10.2012, Aktualisiert: 19.10.2012
  • Von Georg Nopper
play Toulouse-Killer Mohammed Merah war offenbar einer von Moez Garsallaouis Fusssoldaten. (sda)

Moez Garsallaoui († 43) kam 1998 als tunesischer Flüchtling in die Schweiz. Zuerst arbeitete er auf dem Bau, wurde dann zum Sozialfall und machte schliesslich bei Al Kaida Karriere. Jetzt ist der Terrorist tot.

Wie die Lobschrift in einem Islamisten-Forum auf dem Internet zeigt, hat sich Garsallaoui in der Terrororganisation offenbar weit nach oben gearbeitet. Als Anführer der mit Al Kaida verbandelten Dschihadisten-Truppe Dschund al-Chilafah soll er etwa für die Ausbildung des Toulouse-Killers Mohammed Merah († 23) verantwortlich gewesen sein.

Auch bei der Entführung des Berner Polizistenpaares Daniela W.* (29) und David. O.* (32) im Sommer 2011 in der pakistanischen Region Belutschistan soll er seine Finger im Spiel gehabt haben.

Wie die auf das Studium von islamistischen Websites spezialisierte Organisation «Site» mitteilt, kam Garsallaoui offenbar bei einem Drohnenangriff in der Stadt Miran Schah im Nordwesten Pakistans ums Leben. Dies gehe ebenfalls aus dem Post auf dem Islamisten-Forum hervor. Ein Zeitpunkt wird nicht genannt.

Schweizer liessen ihn entkommen

Garsallaoui war zeitweise in Düdingen FR angemeldet. Der Tunesier wohnte dort mit seiner Frau Malika Al-Aroud (53), die aufgrund einer früheren Ehe mit einem «Märtyrer» in Islamistenkreisen als Symbolfigur gilt. Da die beiden von Düdingen aus im Internet zum Heiligen Krieg aufriefen, verhaftete sie die Polizei im Februar 2005.

Nach wenigen Tagen kam das Ehepaar wieder aus der Untersuchungshaft frei. Zwar verurteilte das Bundesstrafgericht Garsallaoui 2007 wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation zu einer teilbedingten Haftstrafe von 24 Monaten. Doch als das Bundesgericht das Urteil bestätigte, hatten sich die beiden längst im Ausland in Sicherheit gebracht.

Al-Aroud wurde später in Belgien erneut der Prozess gemacht. Dort sitzt sie nun für acht Jahre im Knast. Garsallaoui gelang es, sich nach Pakistan abzusetzen. Fortan trieb er im Grenzgebiet zu Afghanistan und in Kasachstan sein Unwesen.

Unter anderem zog er von dort aus offenbar bei den Massakern in Südfrankreich im März dieses Jahres die Fäden. Attentäter Merah erschoss damals in Toulouse und Montauban drei Soldaten, drei jüdische Kinder und einen Rabbi und wurde später von der Polizei getötet.

Während der Geiselhaft des Berner Polizistenpaares diente Garsallaoui Spekulationen zufolge als Übersetzer.

Beliebteste Kommentare

  • Hanspeter  Studer
    das übliche, Asylant - nach kurzer Zeit als Arbeitnehmer Sozialfall der unser System für verbrecherische Machenschaften ausnützte. Bin mir sicher, solche Typen gibt es noch zu Hauf in der Schweiz. Immerhin, er hat die gerechte Strafe bekommen.
  • ijzeren  vuist , amsterdam
    Solche Leute lachen über die Schweiz wie naiv und dumm wir sind.
    Gegenüber Leute die sich so betätigen, sollten wir keine Toleranz mehr zeigen!
    Das Ärgerliche ist, dass solche Leute von uns Steuerzahler ausgehalten werden.

Alle Kommentare (10)

  • Hans  Wanner , Zürich
    Wunderbar, wieder einer weniger! Mögen ihm noch viele wie möglich folgen in das Paradies mit unzähligen Jungfrauen. Die Naivität unserer Justiz ist schon extrem bedänklich...wohin führt das noch?
    • 19.10.2012
    • 81
    • 1
  • Hans  keller , Ehrendingen
    Die Jungfrauen werden sich jetzt rührend um den Gotteskrieger kümmern und mit dem Franzosen zusammen über die Ungläubigen lästern .
  • Thierry  Eutone , Bulle
    Ein A... weniger auf dieser Welt, who cares ? Ist die einzige Sprache, die sie verstehen
  • Peter  Bauer
    Und wie viele unschuldige Zivilisten sind bei dem Angriff noch als "Kollateral Schaden" getötet worden???
    • Rudolf  Kuhn
      Überlegen Sie bevor Sie was schreiben! Wie viele unschuldige Menschen wurden durch ihn und seine "Mitverbrecher" getötet? Ist denn das einfach nichts?
      • 19.10.2012
      • als Kommentar auf Peter  Bauer
      • 200
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    • Dieter  Frick
      Nicht, dass ich ihm eine Träne nachweine, aber ich finde es dennoch bedenklich wie viele negativ Votes so eine Aussage bekommt. Genau wenn Unschuldige oder Kinder bei solchen Angriffen getötet werden, findet Al-Kaida in deren Angehörigen wieder neue Anhänger. Selbst Pakistan als Verbündeter sind die Angriffe auf ihrem Territorium zuwider. Wo soll das enden? Wenn die USA in diesem Krieg etwas erreichen will, weiss ich nicht ob das die richtige Strategie ist. Wenn uns Kollateralschäden egal sind, dann gäbe es ja weitaus effizientere Methoden Hiroshima.
      • 20.10.2012
      • als Kommentar auf Peter  Bauer
      • 5
      • 19
  • ijzeren  vuist , amsterdam
    Solche Leute lachen über die Schweiz wie naiv und dumm wir sind.
    Gegenüber Leute die sich so betätigen, sollten wir keine Toleranz mehr zeigen!
    Das Ärgerliche ist, dass solche Leute von uns Steuerzahler ausgehalten werden.
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