ISLAMABAD - Dschihadist Moez Garsallaoui wohnte einst in Düdingen. Dann setzte er sich ins Ausland ab – und koordinierte Anschläge für Al Kaida. Jetzt kam er bei einem Drohnenangriff ums Leben.
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Toulouse-Killer Mohammed Merah war offenbar einer von Moez Garsallaouis Fusssoldaten. (sda)
Moez Garsallaoui († 43) kam 1998 als tunesischer Flüchtling in die Schweiz. Zuerst arbeitete er auf dem Bau, wurde dann zum Sozialfall und machte schliesslich bei Al Kaida Karriere. Jetzt ist der Terrorist tot.
Wie die Lobschrift in einem Islamisten-Forum auf dem Internet zeigt, hat sich Garsallaoui in der Terrororganisation offenbar weit nach oben gearbeitet. Als Anführer der mit Al Kaida verbandelten Dschihadisten-Truppe Dschund al-Chilafah soll er etwa für die Ausbildung des Toulouse-Killers Mohammed Merah († 23) verantwortlich gewesen sein.
Auch bei der Entführung des Berner Polizistenpaares Daniela W.* (29) und David. O.* (32) im Sommer 2011 in der pakistanischen Region Belutschistan soll er seine Finger im Spiel gehabt haben.
Wie die auf das Studium von islamistischen Websites spezialisierte Organisation «Site» mitteilt, kam Garsallaoui offenbar bei einem Drohnenangriff in der Stadt Miran Schah im Nordwesten Pakistans ums Leben. Dies gehe ebenfalls aus dem Post auf dem Islamisten-Forum hervor. Ein Zeitpunkt wird nicht genannt.
Garsallaoui war zeitweise in Düdingen FR angemeldet. Der Tunesier wohnte dort mit seiner Frau Malika Al-Aroud (53), die aufgrund einer früheren Ehe mit einem «Märtyrer» in Islamistenkreisen als Symbolfigur gilt. Da die beiden von Düdingen aus im Internet zum Heiligen Krieg aufriefen, verhaftete sie die Polizei im Februar 2005.
Nach wenigen Tagen kam das Ehepaar wieder aus der Untersuchungshaft frei. Zwar verurteilte das Bundesstrafgericht Garsallaoui 2007 wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation zu einer teilbedingten Haftstrafe von 24 Monaten. Doch als das Bundesgericht das Urteil bestätigte, hatten sich die beiden längst im Ausland in Sicherheit gebracht.
Al-Aroud wurde später in Belgien erneut der Prozess gemacht. Dort sitzt sie nun für acht Jahre im Knast. Garsallaoui gelang es, sich nach Pakistan abzusetzen. Fortan trieb er im Grenzgebiet zu Afghanistan und in Kasachstan sein Unwesen.
Unter anderem zog er von dort aus offenbar bei den Massakern in Südfrankreich im März dieses Jahres die Fäden. Attentäter Merah erschoss damals in Toulouse und Montauban drei Soldaten, drei jüdische Kinder und einen Rabbi und wurde später von der Polizei getötet.
Während der Geiselhaft des Berner Polizistenpaares diente Garsallaoui Spekulationen zufolge als Übersetzer.
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