Hannibal Gaddafi Er verprügelt seine Frau in London!

  • Aktualisiert am 02.01.2012
Hannibal Gaddafi ...- Keystone

LONDON – Hannibal Gaddafi hats wieder getan. Diesmal schlug er keine Hausangestellten, sondern seine eigene Frau. Sie musste ins Spital gebracht werden. Doch dem Wüstensohn kann niemand was anhaben.

Hannibal Gaddafi (33) hat am 25. Dezember in einem Luxushotel seine eigene Frau blutig geschlagen. Augenzeugen berichten, Gaddafi habe seiner Frau Aline Skaf (29) mindestens die Nase gebrochen. «Sie blutete stark im Gesicht. Es sah aus, als ob sie eine Operation brauchen würde», so ein Hotelgast gegenüber der «Daily Mail».

Auch das Hotel, wo die Gaddafis bereits mehrmals abgestiegen waren, bestätigte, dass es in jener Nacht einen «Zwischenfall» gegeben hatte. Die libysche Botschaft in London wollte den Vorfall gegenüber Blick.ch nicht bestätigen. Hannibal Gaddafi sei vor drei Tagen nach Libyen zurückgekehrt, sagte ein Sprecher lediglich.

Gaddafis Frau soll während des Streites im Hotel so laut um Hilfe geschrien haben, dass Angestellte die Polizei alarmierten. «Ich sah, wie die Beamten versuchten, in das Zimmer zu gelangen, wo eine Frau noch immer schrie. Doch die Bodyguards von Gaddafi liessen sie nicht herein», so ein Zeuge.

Ehefrau: Ich bin hingefallen

Erst nachdem weitere Polizisten eintrafen und Gaddafis Sicherheitsleute verhafteten, kehrte etwas Ruhe ein. Aline Skaf wurde in ein Spital in London gebracht. Unglaublich: Die Frau bestritt später, dass Hannibal sie geschlagen habe. Sie erklärte gegenüber der Polizei, sie sei hingefallen und habe sich so die Gesichtsverletzungen zugezogen.

Gaddafi wieder unantastbar

Die Bodyguards wurden wieder auf freien Fuss gesetzt. Anklage wegen Behinderung der Polizei wurde keine erhoben.

Und Hannibal Gaddafi? Der 33-Jährige rief den libyschen Botschafter in London an. Dieser informierte die Londoner Polizei, dass Gaddafi über diplomatische Immunität verfüge und also unantastbar sei.

Eine Affäre wie gehabt

Den Schweizern kommt das alles bekannt vor: Seit die Genfer Polizei Hannibal Gaddafi aus dem Genfer «President Wilson Hotel» abgeführt hatte, gingen die diplomatischen Streitigkeiten mit Libyen los.

Tiefpunkt der Äffäre war Hans-Rudlof Merz gescheiterter Befreiungsversuch der beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer Geiseln. Der Kniefall des Bundespräsidenten wurde scharf kritisiert. Die beiden Geiseln Max Göldi und Rachid Hamdani sitzen noch immer in der Schweizer Botschaft in Tripolis fest. Ihnen soll Anfang Januar der Prozess gemacht werden.

Hannibal Gaddafi seinerseits klagt gegen die Genfer Behörden und Schweizer Medien wegen der Veröffentlichung seiner Polizeifotos.

Kein Einzelfall

Für unliebsame Schlagzeilen sorgte Hannibal Gaddafi schon des öftern. So prügelte er sich 2001 in angetrunkenem Zustand mit italienischen Polizisten, die eigentlich für seinen Schutz zuständig waren. 2003 war er gemäss Medienberichten erneut in eine Schlägerei in der italienischen Hauptstadt verwickelt.

Auch die französische Justiz machte Bekanntschaft mit dem Herrschersohn. 2004 raste Hannibal in Paris mit 140 km/h über die Champs-Elysée. Polizisten, die ihn stoppten, wurden von Hannibals Leibwächtern attackiert.

Der Vorfall blieb ohne Folgen, nachdem sich libysche Diplomaten entschuldigt hatten. Anders endete ein Ausraster im Februar 2005: Nachdem Hannibal Gaddafi seine schwangere Freundin – und heutige Ehefrau – in einem Pariser Luxushotel spitalreif geschlagen hatte, wurde er zu einer viermonatigen bedingten Haftstrafe verurteilt. (gux/zum)

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