Kidnap-Monster «Er ruinierte sein Leben mit LSD»

  • Publiziert: 29.08.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

SAN FRANCISCO – Phillip Garrido (58) hat das Mädchen Jaycee entführt, eingesperrt und jahrelang vergewaltigt. Die Polizei verdächtigt ihn sogar ein Serienkiller zu sein. Nun sucht Garridos Vater (88) nach Erklärunge

Manuel Garrido ist erschüttert. Der 88 Jahre alte Mann versucht zu verstehen, wie sein jüngster Sohn zu einem Monster werden konnte. 18 Jahre lang hielt Phillip die inzwischen 29 Jahre alte Jaycee Lee Dugard in einem verlotterten Hinterhof gefangen. Er vergewaltigte das Mädchen und zeugte zwei Kinder mit ihr (Blick.ch berichtete).

Wenn es überhaupt ein Erklärung gibt für das Leben seines missratenen Sohnes, dann liegt sie bei seinen Drogenerfahrungen. Der Ärger habe schon in der Schule begonnen, sagt Vater Garrido. Nachdem der Junge die Droge LSD entdeckt hatte.

«Damit ruinierte er sein Leben. Danach stellte er eine Menge verrückter Dinge an». Heute sei Phillip ein «kranker Mann», so Manuel Garrido. Er sollte bestraft, aber wie eine «verrückte Person» behandelt werden, sagte er der «Los Angeles Times».

Jaycees Peiniger fühlen sich nicht schuldig

Ein US-Gericht hat inzwischen Anklage erhoben gegen Phillip Garrido (58) und seine Frau Nancy (55). Mehr als zwei Dutzend Anklagepunkte liegen vor. Unter anderem werden den beiden Entführung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen, wie der US-Sender CNN berichtete.

Die mutmasslichen Entführer traten in Handschellen und roter Gefängniskleidung im Bezirk El Dorado County schweigend vor den Richter. Durch ihre Anwälte plädierten sie auf «nicht schuldig». Bei einer Verurteilung droht ihnen lebenslange Haft.

Schlimmer Verdacht: Ist Garrido ein Serienkiller?

Nancy Garridos Verteidiger sagte Reportern, dass er sich noch kein Bild vom Geisteszustand seiner Mandantin machen konnte. «Sie sitzt auf der Anklagebank und weint», berichtete er.

Gegen Phillip Garrido wird jetzt auch im Zusammenhang mit der Ermordung von vier Frauen in den 1990er-Jahren, darunter drei Prostituierte, ermittelt. Die Leichen der Frauen sollen in der Nähe seines früheren Arbeitsplatzes gefunden worden sein. Die Beamten durchsuchten am Freitag das Haus des Mannes.

Polizei verpasste es, einzugreifen

Die Polizei in Antioch räumte Fehler bei ihren Ermittlungen ein. «Wir haben eine Gelegenheit verpasst, früher einzugreifen», sagte Sheriff Warren Rupf. Eine Nachbarin hatte im November 2006 die Polizei alarmiert. Sie beschrieb Garrido als «Psycho» und berichtete von den Kindern, die in Zelten lebten. Diesem Tipp hätte man mit mehr Nachdruck nachgehen sollen, so Rupf.

Ein Beamter habe damals mit Garrido in dessen Vorgarten gesprochen, aber nicht das Haus durchsucht. Der Ermittler wusste angeblich nicht, dass der Hausbesitzer bereits ein Vorstrafenregister als Sexualverbrecher hatte.

Nach Behördenangaben verbüsste Garrido von 1977 bis 1988 eine Haftstrafe wegen Entführung und eines Sexualdelikts. Ursprünglich war er zu 50 Jahren Haft verurteilt wurden, kam dann aber auf Bewährung frei. (SDA/bih)

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