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Chef-Ermittler Franz Polzer zeigt den Grundriss des Horror-Hauses. (AP)
Im Laufe der Zeit baute das Inzest-Monster den Keller praktisch zu einer Festung aus. Eine Flucht für die Opfer war so unmöglich. Was heute bekannt wurde: Die Ermittler der niederösterreichischen Kriminalpolizei entdeckten in den vergangenen Tagen acht Zugänge zu dem Keller, die alle elektronisch gesichert waren.
Eine Tür zu dem Verlies wog insgesamt 500 Kilogramm, sagte der Chef des Landeskriminalamts Niederösterreich, Franz Polzer, heute an einer Medienkonferenz. Der heute 73-jährige Verdächtige habe alles darangesetzt, die Straftat «mit unglaublicher Energie alleine durchzuziehen».
Pläne aus dem Jahr 1978
Laut Polzer stammt der Altbau des Hauses des Verdächtigen aus dem Jahr 1890. 1978 wurden Pläne für den L-förmigen Zubau eingereicht, wobei der Verliesbereich offenbar damals schon geplant und im Zuge der Bauarbeiten umgesetzt wurde.
Die Ermittlungen in dem Verlies, bei dem die Polizei schweres Räumgerät der Feuerwehr einsetzen musste, um die 500 Kilo schwere Betontür zu durchbrechen, sollen bis zum Wochenende abgeschlossen sein.
«Den Umständen entsprechend»
Seit zehn Tagen lebt die Familie abgeschirmt in einem bewachten Trakt einer Klinik. 15 Ärzte und Pflegekräfte kümmern sich um die Opfer des perversen Hausherrn. Inzwischen geht es ihnen nach Auskunft des leitenden Arztes Bernhard Kepplinger «den Umständen entsprechend» besser.
Die Mutter und ihre Kinder reagieren demnach nicht mehr so empfindlich auf Licht. Zudem habe sich auch ihr Sinn für räumliche Orientierung normalisiert.
Der Zustand der 19 Jahre alten Tochter, die seit dem 18. April in der Landesklinik Amstetten liegt, habe sich zwar stabilisiert, doch schwebe sie noch immer zwischen Leben und Tod. (SDA/hhs)
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Josef Fritzl auf einem Foto aus dem Jahr 1993. Seine abscheulichen Taten plante er schon in den 70er-Jahren. (AP)