Deutscher Ex-Aussenminister erlag dem Krebs: Guido Westerwelle (†54) ist tot

Der bekannte ehemalige deutsche Aussenminister starb an den Folgen seiner Leukämiebehandlung.

«Er war ein Freund der Schweiz»

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Die Westerwelle Foundation teilte heute die traurige Nachricht mit: «Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt.»

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So vermeldet Guido Westerwelles Stiftung heute dessen Tod. Screenshot

Der ehemalige deutsche Aussenminister starb heute im Alter von 54 Jahren in der Kölner Universitätsklinik an den Folgen seiner Leukämiebehandlung, wie die Stiftung schreibt.

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Die Mitteilung der Stiftung im Wortlaut. Seit 2010 lebte Westerwelle mit dem Manager Michael Mronz in einer eingetragenen Partnerschaft. Screenshot

Auch die deutsche Bundesregierung hat auf Facebook eine Beileidsbekundung veröffentlicht:

 

Westerwelle war lange Zeit das Gesicht der deutschen FDP. Von 2001 bis 2011 war er Bundesvorsitzender der Partei, 2006 bis 2009 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Ab 2009 war er Aussenminister der Bundesrepublik. Bei der Bundestagwahl 2013 scheiterte die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde, Westerwelle schied aus der Regierung aus.

 

Westerwelle war im Juni 2014 wegen akuter Leukämie in stationäre Behandlung gekommen. Ein Jahr nach der Diagnose hatte er sich zuversichtlich über eine Genesung gezeigt. Im November 2015 hatte er in Fernsehauftritten über seine Krankheit gesprochen und sein Buch «Zwischen zwei Leben» vorgestellt.

Westerwelle stellt sein Krebs-Buch vor

Seit Ende November befand sich Westerwelle jedoch wieder im Spital.

«Mir fehlen die Worte», schrieb FDP-Chef Christian Lindner auf Twitter.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nannte Westerwelle einen «grossartigen Kämpfer für die liberale Sache und ein engagierten Parlamentarier». «Er hat unserer Demokratie gedient», erklärte Kauder. Grünen-Chefin Simone Peter twitterte: «Viel zu jung aus dem Leben gerissen. Wir trauern um Guido Westerwelle

Westerwelle gehörte zu den bekanntesten deutschen Politikern der vergangenen Jahre. Der am 27. Dezember 1961 in Bad Honnef bei Bonn geborene Anwaltssohn war Anfang der 80er Jahre Mitbegründer der Jungen Liberalen, wurde mit nur 32 Jahren FDP-Generalsekretär, 2001 mit 39 Jahren der bis dahin jüngste Parteichef.

«Guidomobil» und «Big Brother»

Im Bundestagswahlkampf 2002 reiste der gelernte Jurist mit einem knallgelben «Guidomobil» durch die Lande. Sogar in der damals viel diskutierten TV-Reality-Show «Big Brother» trat er auf. Dass etablierte Kreise ihn zum Spasspolitiker stempelten, scherte Westerwelle damals nicht. Der FDP-Vorsitzende hatte das Ziel, für die FDP 18 Prozent der Wählerstimmen zu erreichen, was er allerdings verpasste.

«Ich habe seinen Ehrgeiz, die FDP zu einer 18-Prozent-Partei zu machen, bewundert und zugleich für überzogen gehalten», erinnerte sich Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch am Freitag. «Umso mehr war ich beeindruckt, dass er dieses Ziel immerhin fast erreichte.» Bartsch fügte hinzu: «Er wird mir fehlen.»

Später bemühte sich Westerwelle darum, das Image des Spasspolitikers wieder loszuwerden. Das galt ganz besonders ab 2009, nachdem er die FDP zu einem Wahlergebnis von 14,6 Prozent führte und im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bundesaussenminister wurde.

Doch die FDP zerrieb sich in der Koalition mit der Union. Zwei Jahre nach Eintritt in die Regierung gab Westerwelle 2011 unter innerparteilichem Druck nach zehn Jahren den FDP-Vorsitz an Philipp Rösler ab. Bei den Bundestagswahlen 2013 verpasste die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag und Westerwelle musste seinen Posten als Aussenminister räumen.

Mit der schwersten Krise der Partei begann auch Westerwelles gesundheitlicher Leidensweg. Im Juni 2014 gab die Westerwelle Foundation die schwere Erkrankung ihres Gründers bekannt.

Westerwelle machte aus seiner Homosexualität kein Geheimnis. Er lebte seit 2010 mit Michael Mronz in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. (bö/ads/sda)

Publiziert am 18.03.2016 | Aktualisiert am 19.03.2016
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Mit 54 erlag er dem Krebs Guido Westerwelle ist tot

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16 Kommentare
  • Manfred  Hügi aus Gurmels
    18.03.2016
    @carole liecht: möchtegerngescheite sprüche. Wenn Sie keine anderen Möglichkeiten mehr haben ausser Chemo oder sterben, mal schauen wie sie dann auf solche 3x gescheiten Aussagen wie die ihre reagieren würden.....nicht jeder hat noch die Option wählerisch sein zu können, sonder müssen einsetzten was noch eingesetzt werden kann...
  • Bruno  Kneubühl aus Lostorf
    18.03.2016
    Wirklich schade . Entbiete den Angehörigen mein tiefstes Beileid . Guido wäre ein Kanzler gewesen , der für sein Volk eingestanden wäre . Leider kam es nicht so und Deutschland muss sich auch mit schlechter Regierung abfinden , wie auch andere Staaten , unter ihnen leider auch die CH .
  • Angeld  Schaubank 18.03.2016
    Trauriges Schicksal...
    Wie er über Geringverdienende und Arbeitslose in voller Dekadenz und mit Hilfe der Springer-Presse gehetzt hat, haben wohl aber einige vergessen.
  • Ben  Zumbühl aus Schwyz
    18.03.2016
    Dr. Guido Westerwelle war für mich einer der wenigen Gentleman-Politiker in DE. Steht in einer Linie mit Genscher, Baum und vor allem der GrandeDame der deutschen Politik: Hildegard Hamm-Brücher.
    R.I.P.
  • Eugen  Inauen 18.03.2016
    Guido Westerwelle hatte sich noch eingesetzt als BRD
    Aussenminister und das wurde ihm zum Verhaengnis,
    Ex Nato Generalsekretaer George Robertson attackierte
    in scharf als er den Abzug der US Atomwaffen 2010
    forderte. Sein T-Urteil 2011 von Bernard Henri Levy
    gesprochen als er sagte Gaddafi wird gehen und
    Westerwelle auch. Guido W. hatte sich geweigert
    an der Seite von Nicolas Sarkozy an dem Krieg
    gegen Libien teilzunehmen. Hut ab und
    Ruhe im Frieden, er war noch ein
    Freund der Schweiz.