Er kaufte eine Extra-Wohnung als Dollar-Noten-Lager So korrupt ist Putins «Korruptionsjäger»

MOSKAU - Dimitri Sachartschenko, der oberste Korruptionsjäger Russlands, sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird die Annahme von Bestechungsgeldern in Millionenhöhe vorgeworfen. Einen Grossteil seines Geldes soll er in der Schweiz versteckt haben.

Putins Korruptionschef ist selber korrupt: Wohnung als Notenbunker play
Bestechung, Missbrauch einer staatlichen Position, Behinderung der Justiz: Die Vorwürfe gegen Dimitri Sachartschenko wiegen schwer. Odinokov/Sputnik

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Wegen eines Zuges Serbien und Kosovo gehen aufeinander los
2 Schweizer Mädchen Que (6) und Mutter wieder vereint Jetzt spricht...
3 Trump über Merkel, Aleppo und Nuklearwaffen Der Zerfall der EU ist...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
14 Kommentare
Fehler
Melden

Mit eiserner Hand sollte er eigentlich gegen die Korruption in Russland vorgehen, stattdessen füllte er sich ungeniert die eigenen Taschen: Dimitri Sachartschenko, der oberste Korruptionsjäger des Landes, wurde vergangene Woche verhaftet, nachdem in seiner Moskauer Wohnung Bargeld in Höhe von umgerechnet rund 120 Millionen Franken – der grösste Teil in US-Banknoten – gefunden wurde.

Putins Korruptionschef ist selber korrupt: Wohnung als Notenbunker play
Nur die Spitze des Eisbergs: ein Teil des beschlagnahmten Geldes in Sachartschenkos Wohnung.

Brisant: Laut russischen Medien besitzt Sachartschenko mindestens vier Wohnungen im Gesamtwert von 10,7 Millionen Dollar. Eine davon soll er lediglich zum Zweck gekauft haben, unterschlagenes Geld zu horten.

Und damit nicht genug: Wie nun bekannt wird, soll Sachartschenko nicht nur Geld in den eigenen vier Wänden, sondern auch auf Schweizer Konten versteckt haben. Ermittler haben mehrere Konten von Briefkastenfirmen gefunden, die auf den Namen Wiktor Sachartschenko registriert sind, Dimitris Vater. Auf verschiedenen Konten der Rothschild Bank und einer Schweizer Filiale der Dresdner Bank wurden insgesamt über 300 Millionen Dollar sichergestellt.

«Die Wohnung gehört meiner Schwester»

Dem inzwischen geschassten Chef der russischen Antikorruptionsbehörde wird vorgeworfen, dass er seine Stellung dazu missbraucht hat, Korruptionsbeschwerden gegen die Zahlung von Schmiergeld einzustellen. 500'000 Dollar soll Sachartschenko laut der Nachrichtenagentur Tass für eine derartige Gefälligkeit jeweils verlangt haben. 

Angeklagt wird Sachartschenko deshalb gleich in mehreren Punkten: Bestechung, Missbrauch einer staatlichen Position, Behinderung der Justiz. Das Gericht setzte die Kaution auf eine Million Dollar fest. 

Bei seiner Anhörung am Samstag wies der Angeklagte alle Anschuldigungen zurück: «Das Appartement kenne ich nicht. Ich habe da nie gelebt. Das ist nicht mein Geld. In dieser Wohnung lebt meine Schwester. Sie ist verheiratet. Ich verstehe die Anschuldigungen nicht», wird Sachartschenko von «News Russia» zitiert. Wie seine Schwester an das Geld gekommen sein soll, blieb allerdings sein Geheimnis. 

Die Razzia gegen Sachartschenko wird in Zusammenhang mit jüngsten Äusserungen Putins gesehen, den Kampf gegen die Korruption verstärken zu wollen. Erst im Juli wurde ein anderes hochrangiges Mitglied der Behörde wegen Korruption verhaftet. (gr)

Publiziert am 16.09.2016 | Aktualisiert am 21.09.2016
teilen
teilen
0 shares
14 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

14 Kommentare
  • Philipp  Bloecker 17.09.2016
    Gottseidank gibt es ja die Währung des Klassenfeindes. Von all den Oligarchen und Apparatschiks würde keiner auf die Idee kommen, so ewtas wie Rubel zu bunkern.
  • anneliese  hofer 16.09.2016
    wo hat putin sein geld versteckt? er soll ja auch etwas kleines in der schweiz haben. darüber sprechen nur insider. aber das ist eine andere geschichte
  • Harald  Maude aus Zürich
    16.09.2016
    USD 120Mio in bar, USD 300Mio auf Schweizer Konten und vermutlich noch etliche Immobilien verstreut auf der ganzen Welt. Summa Summarum vermutlich gegen 1 Milliarde USD. Da stelle man sich nur mal vor, wieviel seine Chefs ganu oben gebunkert haben....... Vermutlich hat er es versäumt, einen Teil seinen "Chefs" zu überlassen und ist deswegen nun in Ungnade gefallen.
  • Edith  Zellweger , via Facebook 16.09.2016
    Ärgerlich! Ich höre immer erst von solchen reichen Leuten, wenn sie entweder schon hinter Gitter sitzen oder schon kein Geld mehr haben, denn ich bräuchte dringend einiges Geld um einen Tierrettungshof auf die Beine zu stellen Für solche reichen Leute wäre es einen Klacks mein Projekt zu finanzieren! Wer hat ein Herz für mein Anliegen?!
  • Hans  Leuchli aus Vellerat
    16.09.2016
    Als Untertan der Regierung in Bern mit all ihren Affären meine ich:
    Wer selbst im Glashaus sitzt.......
    Den Rest kennt ihr ja.
    • Walter-René  Gigli aus Thun
      16.09.2016
      Ob man eine Grenze überschreitet, hängt davon ab, wo man sie zieht.