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Ernst Holzapfel kannte Wolfgang Priklopil schon seit den 80er Jahren. Erstmals enthüllt er nun Schockierendes: Er habe Natascha Kampusch bereits Mitte Juli getroffen, als er sich einen Autoanhänger ausleihen wollte. Die junge Frau in Begleitung Priklopils habe ihn freundlich gegrüsst und einen «fröhlichen, glücklichen Eindruck gemacht», sagte der Freund und Arbeitskollege des Enführers.
«Als ich die Tür öffnete, stellte er mir die junge Frau als Bekannte vor und nannte dabei keinen Namen», schilderte Holzapfel die Begegnung. Er habe nicht weiter nachgefragt, wer die junge Frau sei – über private Dinge sprachen die beiden angeblich nicht. Er habe Kampusch erst erkannt, als ihm bei einer Polizeibefragung nach ihrer Flucht ein Foto von ihr gezeigt worden sei. Über ihr aktuelles Aussehen werde er keine Auskünfte geben.
An Priklopils Verhalten fiel dem Freund nichts auf. «Ich habe es nicht gewusst», sagte er über die Entführung, «ich bin schockiert.»
Ernst Holzapfel erzählte auch von den letzten Stunden vor dem Selbstmord des Entführers. Priklopil sei ungewöhnlich erregt gewesen. Er habe ihn wegen eines «Notfalls» angerufen und erzählt, dass er angetrunken einer Polizeistreife davongefahren sei. Normalerweise habe Priklopil nicht getrunken.
Der Führerschein sei sein «Heiligtum» gewesen». Holzapfel habe versucht, das Gespräch auf die gemeinsame Arbeit zu lenken und ihn so zu beruhigen. Er habe ihn schliesslich mit dem Versprechen aus seinem Auto steigen lassen, sich der Polizei zu stellen. Wenig später musste er die Leiche des Mannes identifizieren, der sich wegen der Flucht Kampuschs vor einen Zug warf.