Der neue US-Staatsfeind Er hat den Zentral-Computer von FBI und CIA geknackt

  • Publiziert: 23.06.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Mario Gertschen
play In diesem unscheinbaren Haus lebt Ryan mit seinen Eltern. (Peter Cawson/Eastnews Press Agency)

Bin Laden war gestern. Heute ist Ryan (19) für die Amerikaner ein Terrorist. Er hat den Zentral-Computer von CIA und FBI geknackt.

So stellt man sich einen Terroristen nicht vor: Traurige graublaue Augen und ein unschuldiges Schulbübchen-Gesicht. Doch der 19-jährige Ryan Cleary soll einer der gefürchtetsten Hacker der Welt sein.

Der junge Brite wurde am Dienstag in seinem Elternhaus in Essex verhaftet. Cleary soll der Kopf der Hacker-Gruppe «Lulz Security» sein. Diese drang in den letzten Wochen in das Netzwerk der CIA, des US-Senats, des FBI und namhafter Firmen wie Sony und Nintendo ein.

Die US-Regierung reagierte sofort und nannte die Aktionen einen kriegerischen Angriff auf die Vereinigten Staaten. Ob die Hacker auch an sensible Daten gelangten, wurde nicht kommuniziert.

Ein Einzelgänger

In einer gross angelegten Zusammenarbeit zwischen FBI und Scotland Yard kam man dem 19-Jährigen auf die Spur. Vor allem das Eindringen ins Netzwerk des Technologie-Konzerns Sony enttarnte den Computerspezialisten.

Zudem legte Lulz Security die Serious Organised Crime Agency lahm, die auch das FBI Grossbritanniens genannt wird. Nur wenige Stunden später schlugen die Fahnder zu.

Wer ist das mutmassliche Internetgenie, das selbst die Sicherheitsbarrieren des amerikanischen Geheimdiensts knacken kann? Rita Cleary (44), die Mutter des Verdächtigen, beschreibt ihren Sohn als Einzelgänger.

«Ryan ist besessen von seinem Computer und dem Internet. Seit Weihnachten verliess er unser Haus nicht mehr. Aus seinem Zimmer im Kellergeschoss kam er nur, um auf die Toilette zu gehen», sagt sie der «Daily Mail».

«Sein Leben führte er online»

Einmal die Woche durfte die Mutter das Zimmer betreten – um es sauber zu machen. Die Kommandozentrale des Hackers war spartanisch eingerichtet: eine alte Couch, ein Flachbildfernseher, Surround-Boxen, eine Klimaanlage um den Computer zu kühlen und natürlich ein Hochleistungscomputer mit zwei Bildschirmen. Darüber, zur Entspannung, ein Bild von zwei halb nackten Frauen.

«Sein Leben führte er nicht in der richtigen Welt, sondern online», sagt Ryans Mutter. Durch seine Online-Aktivitäten wird der 19-jährige Brite jetzt in die harte Realität gezerrt.

In Grossbritannien muss er sich wegen fünf Verstössen gegen das Computer-Missbrauchs-Gesetz verantworten. Erhärten sich die Verdachtsfälle im Zusammenhang mit der CIA und dem US-Senat, drohen Ryan Cleary bei einer Auslieferung sechzig Jahre Gefängnis.

Schweizer Firma beteiligt?

Das FBI hat in der Nähe von Washington im Zusammenhang mit den Hacker-Attacken zehn Server des Schweizer Internet-Providers DigitalOne beschlagnahmt. Sergej Ostroumow, Chef der Firma, bezeichnet die Razzia gegenüber der «New York Times» als totale Überreaktion.

Alle Kommentare (6)

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    Statt in zu verhaften würde er besser fürs CIA und FBI arbeiten.
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    Solche Leute sollten die grossen Firmen aufnehmen und nicht zu Knast, sondern zur Arbeit verknacken. Dann würden die Netzwerke dieser Firma vielleicht auch einmal besser, denn diese Typen wissen, wo die Sicherheitsprobleme sind.
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    Bald wird er sehr viel Geld beim CIA und FBI verdienen, entweder Knast oder für Sie arbeiten
    • 24.06.2011
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    Hart bestrafen, mit 19 weiss man was man anstellt und anrichten kann. Zeichen setzen für solche Leute!!!!
    • 24.06.2011
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    Bislang waren es immer und ausschliesslich die Hacker, die immer wieder Lücken in der Sicherheit der Cyber-Kommunikation aufgezeigt haben, demzufolge sind es eben diese, die dazu beitragen, dass es auf diesem Gebiet immer sicherer wird. Ist dies denn so kriminell? Machthaber scheuen aufgeklärte und instruierte Individuen, wie der Teufel das Weihwasser, war schon seit dem Mittelalter so, siehe die Kirche. Nur als Werkzeuge der Machthaber sind sie akzeptiert.
    • 24.06.2011
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Sind Computer-Hacker die Terroristen der Zukunft?»

  • 53,6% Ja, wer die richtigen Informationen hat, hat die Macht
  • 12,3% Nein, das Internet wird immer sicherer.
  • 34,1% Ich hacke nur Gemüse.