Wegen Obama Eltern wollten Kinder nicht zur Schule schicken

  • Aktualisiert am 09.01.2012
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WASHINGTON – Barack Obama hält eine Rede an die Kinder der USA. Er ruft sie zu Fleiss und Durchhaltevermögen auf. Eltern und Republikaner findens gar nicht erbauend.

Zum Beginn des neuen Schuljahres hat US-Präsident Barack Obama heute eine Rede an die Schüler der USA gehalten. Sein landesweit übertragener Auftritt an einer Schule in Arlington nahe Washington hat bei den Konservativen scharfe Kritik ausgelöst.

Auch bei den Eltern stösst die Motivationsrede des Präsidenten an ihre Sprösslinge nicht auf offene Ohren: Viele hatten laut der «Washington Post» angekündigt, aus Protest gegen die in alle Schulen übertragene Rede Obamas ihre Kinder heute nicht in die Schule zu schicken. Mehrere Schulbezirke weigerten sich, Obamas Ansprache auszustrahlen.

Republikaner werfen Obama Manipulation vor

Republikaner hielten Obama vor, Schulkinder zu «indoktrinieren». Besonders war moniert worden, dass Obama laut einem zunächst veröffentlichten Redetext von den Schülern verlangen wollte, zu überlegen, wie sie «dem Präsidenten helfen könnten». Diese Passage strich Obama in der Folge aus der Rede.

Um die Kritik an seinem Auftritt zu entkräften, war der revidierte Redetext bereits gestern veröffentlicht worden. Obama vermied jede Äusserung zu parteipolitischen Streitthemen und beschränkte sich auf Aufrufe zu Fleiss und Durchhaltevermögen.

«Was Ihr heute in der Schule lernt, entscheidet darüber, ob wir als Nation unsere grössten Herausforderungen in der Zukunft bestehen können», sagte Obama. Der US-Präsident ermutigte die 50 Millionen Schulkinder seines Landes, Widerstände zu überwinden.

«In jedem von Euch steckt etwas, das ihr gut könnt», sagte Obama in seiner teilweise leidenschaftlich vorgetragenen Rede. Jeder sei verpflichtet, seine Talente zu entdecken und zu fördern. Wer die Schule vorzeitig aufgebe, gebe sich selbst auf – und sein Land.

Wer schlechte Noten bekomme, dürfe nicht an sich zweifeln, sondern müsse intensiver lernen. Der US-Präsident erzählte auch von seiner Kindheit, in der ihn seine alleinerziehende Mutter mit Strenge zum Lernen gebracht habe – das habe ihm den Weg zum Erfolg geebnet.

Laura Bush verteidigt Obama

Besonders stark war der Widerstand offenbar in Texas und Florida. Der Vorsitzender der Republikaner in Florida, Jim Greer, hatte Obama beschuldigt, «sozialistische Ideologie» verbreiten zu wollen. US- Bildungsminister Arne Duncan nannte die Kritik «töricht».

Rückendeckung bekam Obama auch von der früheren First Lady Laura Bush. «Ich finde es angemessen, wenn der Präsident der USA zu Schülern spricht und sie ermutigt», sagte Bush im Sender CNN.

Der Präsident gehe mit gutem Beispiel voran, wenn er Schüler zu Anstrengungen beim Lernen auffordert. Vor Obama hatten früher schon zahlreiche andere US-Präsidenten, wie die Republikaner Ronald Reagan und George Bush, Reden an die Schüler gehalten.

Sommerpause ist vorbei

Die Rede des Präsidenten markiert das Ende der politischen Sommerpause in Washington. Der Kongress nahm am Montag seine Arbeit wieder auf. Obama, dessen Popularität laut Umfragen spürbar gesunken ist, stösst derzeit auf mehreren politischen Feldern auf erhebliche Schwierigkeiten. (SDA/s5j)

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