«El Chapo» nach blutiger Jagd gefasst Film-Pläne verrieten den Drogenboss

MEXIKO-STADT - Nach sechsmonatiger Flucht wurde Drogenboss «El Chapo» gestern gefasst. Weil er einen Film über sich drehen lassen wollte, hatten die Behörden Fährte aufgenommen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Konsumentenschützer warnen vor Spielzeug Hacker belauschen Kinder über...
2 Keine Hinweise auf Verletzungen Schweizer (†62) stirbt nach Tauchausflug
3 Trump ist hässig auf den Boeing-Boss Ist der «Abschuss» der Air...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
25 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

In einem Motel in Los Mochis im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa nahm die Jagd nach Mexikos gefürchtetstem Drogenboss gestern nach sechs Monaten ein Ende. Auf einem Foto, das nach dem Zugriff veröffentlicht wurde, ist Joaquín «El Chapo» Guzmán zu sehen, wie er in einem schmutzigen Unterhemd und mit Handschellen gefesselt auf dem gemachten Hotelbett sitzt. Die halbnackte Frau auf dem Bild an der Wand lächelt verführerisch – El Chapo hingegen ist das Lachen vergangen.

  play
Das erste Bild nach der Festnahme: Joaquín «El Chapo» Guzmán gestern in einem Motel in Los Mochis. imago

Schliesslich war es sein eigener Hochmut, der die Ermittler auf die Spur des Chefs des Sinaloa-Kartells brachte. Wie Generalstaatsanwältin Arely Gómez gestern an einer Pressekonferenz sagte, wollte El Chapo einen Film über sein Leben drehen. Für das Projekt habe er bereits Kontakt zu Schauspielern und Produzenten aufgenommen. Dies sei einer der Ermittlungsstränge gewesen, die letzten Endes zur Lokalisierung und Festnahme des Chefs des Sinaloa-Kartells geführt haben.

Fünf Personen bei Einsatz getötet

Nach seinem spektakulären Ausbruch durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel war es El Chapo in den vergangenen Monaten mehrfach gelungen, den Ermittlern im letzten Moment zu entwischen. Bei einem Zugriffsversuch wurde er gar verwundet.

Die gestrige Operation verlief deutlich blutiger. Fünf mutmassliche Bandenmitglieder wurden beim Einsatz getötet, sechs weitere festgenommen. El Chapo hatte zuerst versucht, über einen Abwasserkanal zu entkommen. Doch nach einer Schiesserei konnten Marineinfanteristen ihn schliesslich fassen. Zahlreiche Waffen wurden sichergestellt, wie ein Bild zeigt, das nach dem Einsatz veröffentlicht wurde.

Nach seiner Festnahme wurde El Chapo nach Mexiko-Stadt geflogen, wo er der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Vor laufenden Kameras wurde er schliesslich in einen Armeehelikopter verfrachtet, der ihn dorthin zurückbrachte, von wo er am Abend des 11. Juli vergangenen Jahres getürmt war: ins Hochsicherheitsgefängnis Altiplano.

Wie lange er allerdings dort bleibt, ist unklar. El Chapo könnte jetzt zügig an die USA ausgeliefert werden, wo mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen. Ein mexikanischer Bundesrichter hat die Überstellung des Kartellchefs an die Vereinigten Staaten bereits genehmigt. (lha/SDA)

Publiziert am 09.01.2016 | Aktualisiert am 09.01.2016
teilen
teilen
25 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

2 Kommentare
  • Hans  Blattmann 09.01.2016
    Diesbezüglich finde ich es gut was die USA macht. Sie sind konsequent, wenn es um die Einhaltung der Gesetze geht. Auch gegenüber Firmen im eigenen Land siehe Microsoft. Mexiko selbst wäre nicht fähig gewesen, El Chapo zu verurteilen, sowie die EU nicht fähig gewesen wäre, VW zu verurteilen. In beiden Fällen steht zuviel für das jeweilige Land auf dem Spiel. Wenn jetzt die EU ebenfalls den US Firmen auf die Finger schauen und sich durchsetzen würde, wäre alles im Butter.
  • Oliver  Hardy 09.01.2016
    El Chapo sollte zügig an die USA ausgeliefert werden sonst gelingt ihm nochmals die Flucht.Er hat viele Helfer auch im Gefängnis die sind bestechbar.