Deutscher Bundesbanker behauptet Einwanderer machen dumm

  • Publiziert: 12.06.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Klaus Lange
play Thilo Sarrazin. (AP)

Thilo Sarrazin ist Vorstandsmitglied der mächtigen Deutschen Bundesbank. Mit seinen Wortmeldungen sorgt er bei unseren deutschen Nachbarn regelmässig für Unruhe.

Er spricht undeutlich und zieht die Lippe schief, trägt eine Hornbrille, einen grauen Schnauz und schaut immer irgendwie beleidigt – aber wenn er etwas sagt, wackeln in Deutschland die Wände: Thilo Sarrazin (65), Vorstandsmitglied der mächtigen Deutschen Bundesbank, hat gerade wieder etwas gesagt: «Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer.»

Ist mangelnde Intelligenz erblich?

Was er damit meinte, brachte am Donnerstag politisch Korrekte von links bis rechts auf die Palme; je linker, desto höher: Deutschland habe zu viele Einwanderer, vor allem «aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika». Die seien ungebildeter, bekämen mehr Kinder, und mangelnde Intelligenz sei erblich.

Sarrazin schiesst gern scharf, am schärfsten gegen Muslime in Deutschland. Im Herbst landete er so tief in der Mottenkiste des Rassismus, dass er fast seinen Job (305 000 Franken Jahresgehalt) und die SPD-Mitgliedschaft verloren hätte: «Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.» Tagelang tobte die Debatte in den Medien. Dann entschuldigte sich Sarrazin.

Trainingsanzüge im Visier

Ähnlich derb beschimpft er die Armen: «Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate.» Berlin und die Linkskoalition der Stadt: «Nirgendwo sieht man so viele Menschen, die öffentlich in Trainingsanzügen rumschlurfen.»

Angela Merkel kann froh sein, das Sarrazin klönt und nuschelt und sogar ein wenig stottert. Mit einer von ihm geführten Partei könnte er ihrer Regierung gewaltig einheizen – wenn er nur einen Hauch fernsehtauglicher wäre.

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