Medwedew zum Klimagipfel Eines der «erfolglosesten Treffen überhaupt»

  • Aktualisiert am 03.01.2012
1 / 2 Bildern
Bildinformation einblenden

KOPENHAGEN – Dem russischen Präsidenten Medwedew reichts: Er verlässt als einer der ersten den Klimagipfel in Kopenhagen. Sein Urteil über die Konferenz ist vernichtend.

Als einer der ersten Staatschefs hat der russische Präsident Dmitri Medwedew heute Abend die Klimagespräche in Kopenhagen verlassen. Dies teilte ein Sprecher des russischen Präsidialamts mit.

Es handle sich um eines der «erfolglosesten Treffen auf höchster Ebene überhaupt», sagte der unter anderem für Klimafragen zuständige Referent von Medwedew, Arkadi Dworkowitsch. «Leider ist die Organisation so, dass eine Einigung gar nicht gelingen kann», sagte Dworkowitsch.

Medwedew selbst habe die schlechte Vorbereitung von Dokumenten für die Staats- und Regierungschefs kritisiert. «Im Grunde müssen die Führer hier selbst den Text schreiben und ihn auch noch redigieren», sagte Dworkowitsch. Es gebe allenfalls eine Chance, eine politische Erklärung abzugeben.

Jede Zeile wird überarbeitet

Auch andere Staatsmänner finden harsche Worte: «So etwas habe ich noch nie erlebt», so Luiz Inácio Lula da Silva zum zähen Feilschen auf höchster Ebene um ein Klimaabkommen. Zu dem chaotischen Finale der Uno-Klimakonferenz sei es nur gekommen, «weil wir vorher nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit gearbeitet haben», kritisiert der Brasilianer.

«Ich habe noch nicht viele Versammlungen von Staats- und Regierungschefs erlebt, in der Zeile für Zeile Textarbeit geleistet wird», sagte der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen. Er spricht von «einer neuen Qualität der internationalen Beziehungen».

In der Tat ist das Bild aussergewöhnlich: Obama, Merkel und die Vertreter Sudans oder Grenadas, wie sie sich gemeinsam über einen Text beugen und einzelne Worte oder gar Kommata diskutieren.

Einigung auf politische Erklärung

Staats- und Regierungschefs und weitere hochrangige Vertreter von rund 25 Staaten haben sich auf dem Uno-Klimagipfel in Kopenhagen auf den Text einer gemeinsamen politischen Erklärung verständigt. Das verlautete am Freitagabend aus US- und brasilianischen Delegationskreisen. US-Kreise kritisierten den Beschluss allerdings als unzureichend.

Top 3

1 Dicke Hintern sind gesund Warum grosse Hinterteile im Vorteil sindbullet
2 Bestien im Blutrausch So brutal sind Hundekämpfe in Pakistanbullet
3 Neues Bild aufgetaucht Hier sitzt Breivik nach seinem Massenmord in...bullet

Ausland