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Als einer der ersten Staatschefs hat der russische Präsident Dmitri Medwedew heute Abend die Klimagespräche in Kopenhagen verlassen. Dies teilte ein Sprecher des russischen Präsidialamts mit.
Es handle sich um eines der «erfolglosesten Treffen auf höchster Ebene überhaupt», sagte der unter anderem für Klimafragen zuständige Referent von Medwedew, Arkadi Dworkowitsch. «Leider ist die Organisation so, dass eine Einigung gar nicht gelingen kann», sagte Dworkowitsch.
Medwedew selbst habe die schlechte Vorbereitung von Dokumenten für die Staats- und Regierungschefs kritisiert. «Im Grunde müssen die Führer hier selbst den Text schreiben und ihn auch noch redigieren», sagte Dworkowitsch. Es gebe allenfalls eine Chance, eine politische Erklärung abzugeben.
Jede Zeile wird überarbeitet
Auch andere Staatsmänner finden harsche Worte: «So etwas habe ich noch nie erlebt», so Luiz Inácio Lula da Silva zum zähen Feilschen auf höchster Ebene um ein Klimaabkommen. Zu dem chaotischen Finale der Uno-Klimakonferenz sei es nur gekommen, «weil wir vorher nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit gearbeitet haben», kritisiert der Brasilianer.
«Ich habe noch nicht viele Versammlungen von Staats- und Regierungschefs erlebt, in der Zeile für Zeile Textarbeit geleistet wird», sagte der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen. Er spricht von «einer neuen Qualität der internationalen Beziehungen».
In der Tat ist das Bild aussergewöhnlich: Obama, Merkel und die Vertreter Sudans oder Grenadas, wie sie sich gemeinsam über einen Text beugen und einzelne Worte oder gar Kommata diskutieren.