Poker-Räuber Einer der drei Flüchtigen geschnappt

BERLIN – Die Polizei kennt die Namen der Vermummten, die im Hotel «Hyatt» ein Poker-Turnier überfielen: Ihr Komplize im Knast hat gesungen. Jetzt schlug die Polizei das erste Mal zu.

  • Aktualisiert am 19.01.2012
Die Polizei hat fünf Banden-Mitglieder geschnappt: Pokerräuber von Berlin.- Reuters

Jetzt wird es eng für die Masken-Männer: Nachdem sich einer der Poker-Räuber am Montag der Polizei gestellt hatte, veröffentlichte diese nun die Bilder seiner Komplizen. Der Deutsche türkischer Herkunft (21) hat sie verpfiffen.

Bei den Flüchtigen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um Ahmad el Awayti (20) und Mustafa Ucarkus (20) sowie Jihad Chetwie (20). Sie werden nun mit Haftbefehl gesucht. Alle, auch der schon Inhaftierte, sind wegen verschiedener Delikte polizeibekannt.

Jetzt ging der Polizei am Abend noch nicht endgültig identifizierte, 20-jährige Mann am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte ins Netz. Ein Polizeisprecher sagte am Abend, die Überprüfung der Identität des Mannes könne noch einige Zeit dauern.

Das Geständnis ist der Durchbruch bei der Auflösung des spektakulären Raubüberfalles auf ein Pokerturnier in Berlin vor elf Tagen. Die Bande hatte mit Masken das Turnier gestürmt und sich die Taschen voll Geld gestopft. Dabei stellten sich die Gangster aber so amateurhaft an, dass die Polizei über jede Menge Spuren verfügte.

So vergassen die Vermummten Handschuhe anzuziehen, was der Polizei erlaubte, DNA-Profile aufzunehmen. Ausserdem zogen sie ihre Masken schon aus, als sie noch im Bereich von Überwachungskameras waren.

Die Fahnder kannten und überwachten seit der Aussage des inhaftierten Täters am Montag die Adressen seiner Komplizen – schliesslich wurde eine Wohnung in Berlin Kreuzberg gestürmt. Gefunden hat die Polizei bisher jedoch weder Beute noch die flüchtigen Verdächtigen.

Immerhin: Mit den erbeuteten 246000 Euro werden die drei nicht sehr weit kommen. Den grössten Teil der Beute, ein halbe Million, hatte ein Möchtegern-Gangster schon im Hotel verloren, als er er von einem Wachmann zwischenzeitlich in den Schwitzkasten genommen worden war.

Genau dieser hat nun im Kreuzverhör der Polizei gesungen. Obs der Frust über den verpatzten Raubzug war? (bih)

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