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Unser Klima erwärmt sich und Experten warnen inbrünstig vor den Gefahren, doch die 120 Staats-und Regierungschefs der Länder haben am Klimagipfel nichts Besseres zu tun, als sich zu fetzen.
Der Klimagipfel in Kopenhagen droht zu Scheitern. Das Gastgeberland Dänemark hat das angepeilte Ziel bereits aufgegeben. Grund: China und Brasilien verweigern die weiteren Verhandlungen über einen Vertragstext.
Fauler Kompromiss erwartet
Als wahrscheinlich gilt nun, dass die Regierungschefs nur noch über eine Schlusserklärung verhandeln, die keinerlei verbindliche Ziele für eine Reduzierung des Treibhausgasausstosses enthält. Auch Chinas Delegationschef hatte in der Nacht erklärt, sein Land glaube nicht mehr an ein umfassendes Abkommen in Kopenhagen.
Doch Klimaexperten, wie der Schweizer ETH-Dozent und Spezialist für ökonomische Systeme, Andreas Fischlin und Politiker, wie Angela Merkel warnen entschieden vor dem Scheitern des Gipfels.
«Wenn Kopenhagen keine Resultate bringt, wird die durchschnittliche Temperatur auf dem Planeten bis 2050 um 2,5 Grad steigen», prognostizierte Professor Fischlin. In der Schweiz könnte die mittlere Temperatur bis zu vier Grad gegenüber dem Niveau vor der Industrialisierung steigen, und wenn nichts dagegen unternommen werde bis Ende des Jahrhunderts gar um sieben Grad. Solche Szenarien würden für die Schweiz eine Katastrophe bedeuten, so Fischlin.
Temperaturanstieg auf zwei Grad begrenzen
Der Meinung ist auch Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Die Nachrichten, die uns erreichen, sind nicht gut. Es im Moment kein vernünftiger Verhandlungsprozess in Sicht», sagt die deutsche Kanzlerin in einer Regierungserklärung in Berlin vor ihrer Abreise nach Kopenhagen. Unabdingbar für ein neues Weltklimaabkommen sei die Verpflichtung der Staatengemeinschaft, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen. «Gelingt dies nicht, muss ich sagen: Dann ist die Weltklimakonferenz gescheitert.» Momentan ist es um dieses ehrgeizige Ziel nicht gut bestellt.
Es gibt noch einen Hoffnungsschimmer
Ist der Klimagipfel also schon zum Scheitern verurteilt? Nein, es gibt einen Hoffnungsschimmer: Dänemark plant anscheinend einen neuen und wahrscheinlich letzten Anlauf zur Rettung des angestrebten Klimaabkommens. Nach Angaben des TV-Senders DR soll den wichtigen Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien und Südafrika ein «Ultimatum» gestellt werden.
Heute beginnt die Schlussphase des Klimagipfels – doch es steht noch nicht mal eine Verhandlungsgrundlage. Den Staats- und Regierungschefs bleibt also nicht mehr viel Zeit das Kriegsbeil zu begraben und unsere Welt zu retten. (s5j/SDA)