Tunesisches Aussenministerium Abschiebung Amris zwei Tage vor Anschlag akzeptiert

  • Auf dem Weihnachtsmarkt vor der Berliner Gedächtniskirche raste am Montagabend ein LKW in die Menschenmenge.
  • Die Polizei meldet zwölf Tote und 48 Verletzte.
  • Der Islamische Staat (IS) bekennt sich zum Anschlag.
  • In der Führerkabine hat man einen Asylausweis gefunden.
  • Anis Amri soll zwei Wochen in der Schweiz gewesen sein und nach einem Job gesucht haben.
  • In der Nacht auf Freitag wurde der Tunesier in Mailand erschossen.

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Wie die «Welt» berichtet, gab es seit mehreren Tagen «Hinweise» auf einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin. «Das Bild, das sich bietet, ist grausam», sagt ein Reporter der «Berliner Morgenpost» in einem Facebook-Stream: Auf dem Breitscheidplatz fuhr ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt. Der LKW soll mehrere Tische vor Weihnachtsmarkt-Ständen umgefahren haben, bevor er zum Stillstand kam.

 

Die Flucht des Fahrers des Todes-LKWs endete rasch. «Wir konnten ihn in der Nähe des Tatortes festnehmen», sagt Thomas Neuendorf, Sprecher der Berliner Polizei. Der Beifahrer des LKWs ist ums Leben gekommen – laut Polizei an den Folgen des Unfalls. Informationen zum Hintergrund des mutmasslichen Täters nannte Neuendorf nicht.

Schweiz steht im Kontakt mit Berlin

Erste Berichte vor Ort zeigten schockierende Bilder: «Menschen liegen am Boden rum», so ein Reporter. Die Berliner Polizei sprach erst von neun Toten, die Zahl stieg mittlerweile auf zwölf. Bezüglich Verletzten nannte die Berliner Feuerwehr «rund 50 Verletzte» als Angabe.

Die Polizei sprach zunächst von einem Anschlag. Fest stehe noch nichts, aber vieles spreche für eine islamistische Attacke, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Sicherheitskreisen.

 

Unter den Verletzten waren auch Touristen. Zu möglichen Schweizer Opfern erklärte Tillman Renz, EDA-Sprecher gegenüber BLICK: «Uns liegen zurzeit keine Informationen über Schweizer Opfer vor. Abklärungen dazu sind im Gang. Die Schweizer Vertretung in Berlin steht in Kontakt mit den lokalen Behörden.» Auch der Nachrichtendienst (NDB) steht laut der Bundespolizei (Fedpol) mit den deutschen Behörden im Austausch.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann (64) meldete sich via Twitter zu Wort: «Tief betroffen von den tragischen Ereignissen in Berlin. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.»

Die Situation hatte sich noch vor Mitternacht beruhigt. «Wir haben keine Indizien, dass es weitere Bedrohungen für die Bevölkerung gibt», so Polizeisprecher Neuendorf.

«Keine Gerüchte verbreiten!»

Die Polizei ermittelt derzeit die Hintergründe hinter diesem grausamen Anschlagen. Sie hat die Bevölkerung gebeten, zu Hause zu bleiben und keine Gerüchte und Falschnachrichten zu verbreiten. Zudem rief sie Schaulustige auf, nicht zum Tatort zu kommen. «Wir brauchen vor Ort alle Rettungswege. (…) Bitte halten Sie die Strassen für uns frei», so die Polizei.

Beim Todes-LKW handelt es sich den Bildern nach um ein Fahrzeug einer polnischen Logistik-Firma. Der Inhaber der Firma bestritt gegenüber dem polnischen Sender TVN24 jegliche Verantwortlichkeit.

Publiziert am 19.12.2016 | Aktualisiert am 26.12.2016
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