Ein Jahr nach Charlie Hebdo Frankreich feiert den Helden von Paris

PARIS - Er wird als Held gefeiert. Doch Lassana Bathily (25), der zwölf Menschen in einer Kühlkammer versteckte, sieht sich nicht als Held.

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Ein Jahr ist es her, dass zwei Terroristen einen Anschlag auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo verübten und zwölf Menschen töteten. Ein dritter Terrorist tötete 48 Stunden später vier Menschen in einem jüdischen Supermarkt.

Lassana Bathily (25) arbeitet seit vier Jahren in dem Geschäft. Auch am 9. Januar, als Amedy Coulibaly (†32) mehrere Menschen im Supermarkt als Geiseln nahm, war er da. Der Moslem war gerade mitten in seinem Gebet, als der Terrorist im Supermarkt um sich schoss.

Lassana Bathily (25) im Supermarkt – ein Jahr nach den Anschlägen. play

Lassana Bathily (25) im Supermarkt – ein Jahr nach den Anschlägen.

Imago

An diesem Tag wurde Bathily zum Helden – auch wenn er sich selbst nicht gerne als solchen bezeichnet. Er versteckte etwa ein Dutzend Menschen im Keller des Supermarkts in einer Kühlkammer. Und rettete ihnen so wohl das Leben.

Er selbst flüchtete über eine Feuerleiter. Anschliessend half er der Polizei einen Plan vom Innern des Supermarkts zu zeichnen. Die Polizei stürmte das Gebäude und erschoss dabei Coulibaly.

Für seine Tat wurde er von François Hollande und Barack Obama geehrt. Sogar der Papst segnete ihn. «Ich wünschte, diese Prüfung wäre an mir vorbeigegangen. Aber ich hatte keine andere Wahl», sagt Lassana zur «Bild». Das Schönste für den Mann aus Mali: Er wurde eingebürgert. «Ich habe jetzt einen französischen Pass.»

 «Mörder ist immer noch auf freiem Fuss»: Sonderausgabe von Charlie Hebdo. play

«Mörder ist immer noch auf freiem Fuss»: Sonderausgabe von Charlie Hebdo.

AFP

Ein Jahr nach den Anschlägen bringt das Satire-Magazin eine Sonderausgabe heraus. Auf dem Cover: ein mordender Gott. Die Titelseite zeigt einen blutverschmierten, davonrennenden Gott mit Kalaschnikow.

Die Überschrift lautet: «Ein Jahr danach: Der Mörder ist noch immer auf der Flucht». Der Vatikan kritisierte die Titelseite.

«Bei Charlie stellen wir die Idee Gottes selbst in Frage», sagte «Charlie Hebdo»-Chef Riss der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf die Titelseite. «Die Dinge klar auszudrücken regt zum Nachdenken an. Man muss die Menschen ein bisschen schütteln, sonst bleiben sie immer im gleichen Trott.»

«Charlie muss dort sein, wo die anderen sich nicht hintrauen», sagte der bei dem Anschlag vom 7. Januar 2015 selbst schwerverletzte Riss. «Charlie war immer eine Zeitung des Kampfes, aber eines witzigen, durchgeknallten Kampfes.» (kab/SDA)

Publiziert am 07.01.2016 | Aktualisiert am 07.01.2016
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Ein Jahr nach Charlie Hebdo Frankreich gedenkt den Opfern

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7 Kommentare
  • michel  koeb 07.01.2016
    Der persönliche Ego verschidener Polizeichefs und Geheimdienste, hat zu diesem Massaker geführt ! Jeden Tag kommen neue Meldungen und Beweise dafür ! Die Kouachi Brüder waren den Geheimdienste bestens bekannt, Coulibali wurde ja sogar im Elysée-Palast empfangen.....alle Warnungen wurden in den Wind geschlagen...Resultat ? total : 147 Tote und über 360 Verletzte nur in Paris 2015.....im ganzen Land kamen noch einige dazu ...! Da müsste Hollande ganz still sein.....!
  • Michael  Rudolf 07.01.2016
    Dieses Magazin C H braucht es nicht. Diese Titelseite, was soll das?
    C H ist kein Satiremagazin, sondern eine politische Kampfschrift und es nicht wert, dass Menschen damit gefährdet werden.
  • michel  koeb 07.01.2016
    Für die voyous der Cités, sind die Mörder Helden...keine Frage ! Je mehr Filme, Reportagen, Artikel usw. publiziert werden, je mehr werden sie zu Stars .....das haben aber noch nicht alle begriffen ! Im Moment gibts jeden Abend am TV , 4 bis 5 Filme darüber, alle Zeitungen sind voll usw. FRAGE : Was wird Frankreich machen am 13. November 2016....es geht dann um 130 Tote und 351 Verletzte...und nicht um 17 Tote wie am 7. Januar 2015.....Staatstrauer während 1 Woche ? 5 Std. innehalten..?
  • simone  meyer aus Tüscherz-Alfermée
    07.01.2016
    Anstatt zu feiern sollte sich Frankreich sich um die wahre Probleme kümmern, Wirtschaft, Flüchtlingspolitik und Schuldenabbau bei der EU. Irgendwie habe ich den Eindruck, alles verwässert sich in diesem Land. Somit gibt es noch mehr Unzufriedenheit und Probleme.
  • Anna  Rusch 07.01.2016
    Dieser Mann ist ein wirklicher Held, Wahnsinn dass danach nur Schurken in die Schlagzeilen kamen!