Haiti-Beben Ein iPhone-App rettete ihm das Leben

  • Publiziert: 21.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

PORT-AU-PRINCE – Sechs Stockwerke krachten auf ihn herab. Schwer verletzt musste Dan Woolley (39) fast drei Tage ausharren, bevor die Retter ihn bargen. Ohne sein iPhone hätte er wohl nicht überlebt.

«Ich habe diese Applikation heruntergeladen, während ich unter dem Hotel Montana gefangen war. Ich konnte dadurch eine sehr starke Blutung stillen und es vermeiden, nicht in einen Schock zu fallen. Es half mir, am Leben zu bleiben bis ich nach 64 Stunden gerettet wurde.» Die Zeilen stehen bei einer Bewertung der iPhone-Application «Erste Hilfe».

Sie stammen von Dan Woolley. Wolley, der einen Film über die Armut in Haiti drehte, war gerade in sein Hotel zurückgekehrt, als das schwere Erdbeben einsetzte. «Ich sah, wie Wände zusammenbrachen und um mich herum alles explodierte.»

Licht durch die Fotokamera

Sechs Stockwerke begruben den 39-Jährigen unter sich. Schwer verletzt lag er unter Bergen von Beton und Schutt.

«Als nichts mehr herunter stürzte, versuchte ich mich umzusehen. Aber ich konnte nichts erkennen, es war stockdunkel. Doch dann dachte ich, dass Gott mich mit dem nötigen Werkzeug ausgestattet hat, um zu überleben», so Woolley gegenüber dem «Sydney Morning Herald». Und so nahm Wolley seine Digitalkamera, um mit deren Blitzlicht etwas erkennen zu können. Auch knipste er Fotos von seiner Umgebung, um sich etwas orientieren zu können.

Wecker alle 20 Minuten

Bald stellte er fest, dass er viel Blut verlor und auch sein Bein gebrochen war. Glücklicherweise hatte er auf sein Telefon eine «Erste Hilfe»-Applikation heruntergeladen: «Ich konnte nachschauen, wie ich mit meinem T-Shirt mein Bein abbinden und mit einer Socke die Blutung meiner Kopfwunde stillen konnte», so Woolley. «Auch stand da, dass ich nicht einschlafen dürfe. Deswegen klingelte der Wecker alle zwanzig Minuten.»

Er habe dank dieser Anweisungen überlebt, ist Woolley überzeugt. Französischen Rettungskräften gelang es dann auch tatsächlich, Woolley nach 60 Stunden auszugraben. (gux)

play Blutverschmierte Notizen an seine Familie: «Ich bete noch immer, dass Gott mich heir rausholt, aber vielleicht tut er es nicht.» (Screenshot SMH)

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