Ein Aussenseiter wird zum Favoriten Le Pen zittert vor «Mister Nobody»

PARIS - Es hätte keine grössere Überraschung geben können. François Fillon gewinnt die Vorwahlrunde bei den Republikanern.

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Sein Programm ist radikal, sein Auftreten gemässigt und staatsmännisch. François Fillon (62) galt vor kurzem noch als «Mister Nobody» des französischen Präsidentschafts-Wahlkampfes. Doch die Vorwahlen brachten die grosse Wende. Der ehemalige Premierminister konnte den ersten Wahlgang mit einem grossen Vorsprung für sich entscheiden – mit 44 Prozent der Stimmen. Die beiden Favoriten Nicolas Sarkozy (61) und Alain Juppé (71) liess der als Aussenseiter Gehandelte klar hinter sich (BLICK berichtete). 

Trump in den USA, Fillon in Frankreich

Nach Donald Trump (70) in den USA nun die zweite Polit-Überraschung innerhalb von zwei Wochen. Wenn Fillon auch in der nächsten Runde am kommenden Sonntag an Juppé vorbeizieht, könnte es auf ein Finale gegen Marine Le Pen (48) hinauslaufen, die Chefin des rechtsextremen Front National. Und Le Pen dürfte vor dem ehemaligen Premier zittern. Denn er ist wohl ihr härtester Gegner. Kein anderer ist ihr in vielen Punkten so nahe, und trotzdem stellt Fillon «Europa» nicht in Frage. Genau damit könnte er die Rechten ausbremsen.

Harter Wirtschaftsreformer

In seiner Partei gilt er als harter Wirtschaftsreformer. Die 35-Stunden-Woche will Fillon abschaffen und eine halbe Million Beamtenstellen streichen. Er ist prorussisch und fordert einen konstruktiven Dialog mit Moskau und Damaskus in der Syrien-Frage.

Überzeugen konnte François Fillon die Wähler durch sein Auftreten bei den TV-Debatten der letzten Wochen. In den Diskussionen der Kandidaten wirkte er seriös, konzentriert und geradlinig. Eines Staatsmannes würdig.

Und auch politische Erfahrung hat der neue Favorit: Mit 27 Jahren zog Fillon als jüngster Abgeordneter in die Nationalversammlung ein. Seit 1993 bekleidete er verschiedene Ministerposten. Fünf Jahre war er Ministerpräsident unter dem ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Dieser sprach sich nach seiner eigenen Niederlage am Sonntag bereits für Fillon aus. Damit kann «Mister Nobody» auch mit vielen Stimmen von Sarkozys Anhängern rechnen.

Publiziert am 22.11.2016 | Aktualisiert am 22.11.2016
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7 Kommentare
  • Pierre  Koella 22.11.2016
    Ob der neue François, sofern er wirklich gewählt wird, aufräumen kann, bezweifle ich. In Frankreich muss vieles modernisiert werden und vor allem DEZENTRALISIERT. Die veraltete Bureaukratie muss weichen und Platz machen einer privaten, modernen Gesellschaft. Aber auch die vielen Probleme der Vorstädte mit ihren Banden. Und nicht zuletzt gilt es aufzuräumen mit den vielen legalen und illegalen Zuwanderer aus den ehemaligen Kolonien. In dieser Beziehung wäre die Wahl von Marine Le Pen besser.
  • Jens  Goldmann 22.11.2016
    Wie man in den USA gesehen hat wird kein Brei so heiss gegessen wie er gekocht wird. Es ist nicht wichtig wer wählt: Es ist wichtig wer zählt. Dieser Spruch von "Churchill" hat sich ja in den USA mal wieder bewahrheitet. Hier wird Marie Le Pen wieder von Schweizern verurteilt. Das geht uns doch nichts an. Franzosen haben unser Bundesräte Schneider Amman oder Guy Parmelin auch nicht vor der Wahl schlecht gemacht in der Presse.
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    22.11.2016
    Das Volk steht hinter Le Pen - keine Angst - Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Le Pen wird siegen.
    ewz
  • Bernd  Matzgen 22.11.2016
    Un deswegen "zittert" Frau Le Pen! Echt jetzt? Bei Lichte betrachtet hat Frau Le Pen sowieso keine Chance, sind die Sozialisten erst mal aus dem Rennen, werden die alle Reps wählen, das aus ihrer Sicht kleinere Übel. Und Frankreich ist nicht USA und hat kein nur 2-Parteien System.
    •   , via Facebook 22.11.2016
      Ihre Analyse ist richtig,bisher hat es immer so stattgefunden wie Sie es beschreiben. Bisher gab es auch keinen Brexit Trump und etc....Zeiten und allg. Empfinden können sich ändern und ich spüre ein ebensolches leichtes Gefühl für die kommenden politischen Veränderungen in naher Zukunft.
    • Bernd  Matzgen 22.11.2016
      @Facebook. Schon, nur hatten die Amerikaner gar keine andere Wahl. Wer nicht Clinton bzw. Rechts wählen wollte, musste Trump wählen, alle anderen Kandidaten spielten keine Rolle. In F hat man jetzt immerhin die Wahl zwischen Ganz Rechts und nur Rechts. Anders sähe die Situation aus, wenn Le Pen gegen einen Sozi antreten müsste, dann wäre die Chance für eine Wahl gegeben.
    •   , via Facebook 22.11.2016
      Herr Matzgen
      Brexit ist der bessere Vergleich für die Situation in Frankreich. Trump dient in diesem Zusammenhang eher als Beweis das Wahlbarometer nicht mehr ganz zutreffend funktionieren.