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Der von Menschenrechtlern heftig kritisierte tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow ist «wegen seiner Verdienste um die Pressefreiheit» in Russlands Journalistenverband aufgenommen worden.
Der vom Kreml eingesetzte Präsident habe in der kriegszerstörten Teilrepublik «ideale Bedingungen für die Arbeit der örtlichen Medien geschaffen», hiess es.
Etwas anders sehen dies Bürgerrechtler. Sie werfen dem 31-jährigen Kadyrow eine Knebelung der Medien vor.
Auch unter den Medienschaffenden selbst ist die Aufnahme Kadyrows umstritten. Der Chefredaktor der regierungskritischen Moskauer Zeitung «Nowaja Gaseta», Dmitri Muratow, kündigte seinen Austritt aus der Vereinigung an.
«Ich werde nicht in einem Verband mit einem Menschenfresser bleiben», sagte Muratow, für dessen Blatt die 2006 ermordete Journalistin Anna Politkowskaja gearbeitet hatte. Politkowskaja hatte schonungslos über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien berichtet. Es hatte immer wieder Gerüchte gegeben, dass Kadyrow eine Mitschuld an ihrem Mord tragen könnte.
Dabei hat sich der tschetschenische Präsident bislang nicht durch eigene journalistische Leistung hervorgetan. Der Generalsekretär des russischen Journalistenverbandes, Igor Jakowenko, meinte jedenfalls, ihm sei die Journalistentätigkeit des Präsidenten bisher verborgen geblieben.
«Mir ist auch nicht bekannt, mit welchen Medien er zusammenarbeitet, und mir sind keine Berichte bekannt, die er für Radio oder Zeitung geschrieben hat», sagte Jakowenko. Die Entscheidung über die Aufnahme neuer Mitglieder träfen aber die Regionalverbände. (SDA/gux)
Ramsan Kadyrow: «Verdienste um die Pressefreiheit»?- Reuters