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Serviertochter lag tot am Strand: Erdrosselte Schweizerin: Sie schlug vor ihrem Tod Alarm

Wurde Edith J. († 42) erdrosselt? Die Schweizer Touristin schickte seltsame SMS in die Heimat.

Von Adrian Schulthess und Michael Töpffer | Aktualisiert um 12:18 | 08.05.2009
Noppharat-Strand in Krabi: Thai­ländische Ermittler unter­suchen den Ort, an dem die tote Schweizerin gefunden wurde. (Blick)
Noppharat-Strand in Krabi: Thai­ländische Ermittler unter­suchen den Ort, an dem die tote Schweizerin gefunden wurde. (Blick)
Seit Dienstag warteten die Freunde von Edith J.* in der Schweiz auf eine Antwort. «Wir ­waren sehr besorgt. Sie hat uns per SMS aus Thailand geschrieben, etwas stimme nicht», sagt die Wirtin eines Backpacker-Pubs in Adelboden BE. Hier arbeitete die ledige und kinderlose Edith als Serviertochter, bevor sie im Herbst nach Thailand reiste. Ihre Schweizer Freunde versuchen Kontakt mit ihr aufzunehmen. Rufen im Hotel an, damit jemand auf Edith J. «aufpasst». Ahnte sie, dass ihr etwas zustossen wird?

Eineinhalb Tage nach ihrem letzten SMS taucht Ediths lebloser Körper auf: Im seichten Wasser am Noppharat-Strand im Ferienort Krabi fanden Touristen gestern Morgen die Leiche. Edith J. ist leicht identifizierbar an ihren Tätowierungen. Sie hat kleine Schnittverletzungen am Körper und einen Bluterguss am Kopf.

Wie Edith J. starb, war gestern noch unklar. Die Thai-Zeitung «The Nation» vermutet ein Verbrechen: «Man fand sie am Boden liegend, die Henkel ihrer Handtasche um den Hals gewickelt. Sie wurde erwürgt», schreibt das Blatt. «Es kann nicht um Geld gegangen sein», sagt ihre Ex-Chefin: «Sie hatte fast keins mehr.»

In der Gegend kamen schon zwei Touristinnen um: Im Januar tötete ein Tätowierer (25) auf der Insel Koh Phangan eine Deutsche (49) – angeblich aus Eifersucht. Und vor einem Jahr wurde in Phuket eine Schwedin (26) am Strand erstochen.

Bei Edith J. ist die Polizei noch ­vorsichtig: «Es gibt keine eindeutigen Hinweise darauf, dass die Frau getötet wurde», sagt Ermittler Witthaya Meksai. «Womöglich ist sie ertrunken oder hat Selbstmord begangen. Wir lassen die Leiche jetzt obduzieren.»

Die Nacht auf Mittwoch verbrachte Edith J. in einem Hotel. Sie sei schon beim Einchecken am Nachmittag betrunken gewesen, habe «paranoid und verwirrt» gewirkt, sagt ein Hotelangestellter. «Alles spricht dafür, dass sie auf einem Drogentrip war.» Edith J. schlief die ganze Nacht nicht, litt unter Verfolgungswahn, flüchtete aus dem ersten Stock übers Dach aus ihrem Zimmer – und kehrte nicht mehr zurück.

*Name der Redaktion bekannt
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