«Eagles of Death Metal»-Sänger fordert nach Bataclan-Massaker: «Jeder soll eine Waffe haben!»

Die US-Rockgruppe spielt heute in Paris, drei Monate nach der Terrornacht. Sänger Jesser Hughes gibt den strengen Waffengesetzen in Frankreich eine Mitschuld.

Eagles of Death Metal perform in Stockholm play
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Die «Eagles of Death Metal» sind wieder auf Europatournee. Diese wurde im vergangenen November jäh unterbrochen, als Terroristen im Pariser Bataclan das Konzert der US-Band stürmten, das Feuer eröffneten und 89 Menschen ermordeten.

Heute Abend treten die Rocker aus Kalifornien in der Pariser Olympia-Halle auf, wo Soldaten und Polizisten für Sicherheit sorgen werden. Psychologen werden Überlebenden des Massakers, die gratis ans Konzert dürfen, zur Seite stehen. Das Bataclan ist noch immer geschlossen, es soll Ende 2016 wieder eröffnen.

In einem 19-minütigen Interview erzählt ein sichtlich aufgewühlter Jesse Hughes dem französischen TV-Sender iTélé von seiner «heiligen Pflicht, das Konzert zu beenden». Und, dass mehr Gewehre hätten Leben retten können.

«Hat euer Waffengesetz jemanden gerettet?»

«Bis niemand mehr eine Waffe hat, sollte jeder eine haben», sagt der Sänger und Gitarrist der Band. «Denn ich habe noch nie jemanden sterben sehen, der eine Knarre hat. Ich möchte, dass jeder Zugang zu ihnen hat, denn ich habe Leute sterben sehen, die vielleicht überlebt hätten.»

Auf die Frage, ob sich seine Ansichten bezüglich strengeren Waffengesetzen seit dem traumatischen Erlebnis verändert hätten, antwortet er: «Hat euer französisches Waffengesetz einer einzigen Person im Bataclan das Leben gerettet? Ich glaube nicht. Es scheint, dass Gott Männer und Frauen erschaffen hat, und in dieser Nacht haben sie Waffen gleichberechtigt gemacht.» 

Dass Hughes ein Waffennarr ist, ist nicht neu. Er macht auch sonst keinen Hehl um seine konservative Weltsicht. Er unterstützt Donald Trump öffentlich, bezeichnet «George W. Bush» als Helden und findet die Evolutionslehre als Theorie für Deppen, die an «magische sprechende Affen» glauben.

 

Singer of Eagles of Death Metal, Jesse Hughes, is pictured at the concert at Debaser Medis in Stockholm play
Die Euro-Tour begann am Samstag in Stockholm. REUTERS

Der Gewehrlauf blieb im Türrahmen stecken

In einem anderen Interview mit dem schwedischen Sender TV4 rekonstruiert Hughes noch einmal, wie er das Massaker im November überlebt hat. Die Schüsse hätten bei der allerletzten Note des Songs angefangen – «eine fast diabolische Synchronität.»

«Ich wusste genau, was passierte. Ich war möglicherweise die einzige Person in der Halle, die es sofort wusste», so Hughes weiter. Er sei Backstage gegangen, um seine Freundin zu suchen. Am Ende des Gangs sei ein bewaffneter Terrorist gestanden. 

Als er wegschleichen wollte, habe ihn der Angreifer gesehen. «Ich dachte, ich sei so gut wie tot. Ich wartete darauf, von einer Kugel getroffen zu werden», erzählt Hughes. Als der Terrorist die Waffe auf ihn habe richten wollen, sei der Lauf im Türrahmen stecken geblieben. «Ich öffnete die Tür, da begann er zu schiessen. Die Kugeln schlossen die Tür hinter mir.»

Auch die Schweiz steht auf dem Tourneeplan der Eagles of Death Metal: Sie spielen am 23. Februar im «Komplex 457» in Zürich. (rey)

Publiziert am 16.02.2016 | Aktualisiert am 25.05.2016
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Kugelhagel mitten im Konzert Hier beginnt der Terror im Bataclan

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38 Kommentare
  • seby  schnellmann 17.02.2016
    Es ist klar, dass unbewaffnete Menschen immer das Zeil sind, ein leichtes sogar! Strege Waffengesetzte nützen nur Verbrechern und Terroriste, da sie keine Gegewehr befürchten müssen. Wer die Entwaffnung der Bürger fordert und fördert ist Mitschuld am Tode dieser Unschuldigen, weltweit. Homo hominis lupus.. Daher gehören Waffen vorallem in die Hände rechtschaffener Bürger!
  • Till  Meier aus Zuerich
    16.02.2016
    Er hat es falsch erklärt.....Hätten die Terroristen gewusst, dass es Leute mit Waffen im BataClan (oder nur schon an der Tür) haben könnte....hätten sie wohl nicht da rein gewollt...denn es ist viel einfacher, auf unbewaffnete zu schiessen als auf evt. bewaffnete....ok ist auch ne riesen Leistung auf Leute zu schiessen, die sich nicht wehren können....
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      16.02.2016
      Das ist an sich gut untersucht. Für die Amoktäter in den USA sind Schulen genau deswegen ein beliebtes Ziel, weil es sogenannte "soft targets" sind, Orte wo sie nicht mit Gegenwehr rechnen.
  • Hans  Fehr 16.02.2016
    Leute, könnt ihr mal aufhören eure Mitmenschen als Feinde zu betrachten? Es ist unerträglich, dass man nun anfängt für Waffen zu plädieren, damit wir uns gegenseitig abknallen können... Was soll dieses Steinzeit-Denken?Hass, Abneigung und Misstrauen gegenüber anderen haben in der Schweiz nichts verloren!
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      16.02.2016
      Mir laufen täglich 10000 Mitmenschen über den Weg, wenn ich nach Zürich fahre an die ETH in die Vorlesung und zurück. Es genügt ein einziger davon, mich umzunieten und alle anderen um mich herum. Ich brauche nicht jeden "Mitmenschen als Feinde zu betrachten", um über vernünftigen Schutz nachzudenken.
    • Hans  Fehr 16.02.2016
      Sich von seinen Mitmenschen schützen zu wollen ist gesellschaftlich absurd und kontraproduktiv ...
      Denn von wie vielen dieser 10000 Menschen (pro Tag) denen Sie bereits begegnet sind wurden Sie den schon "umgenietet"? Als wie wahrscheinlich erachten Sie es? Denken Sie doch über Dinge in Ihrem Leben nach, die gefährlicher als Busfahren mit Mitmenschen sind ...
      Menschliches Zusammenleben MUSS auf Vertrauen basieren, genau aus dem von Ihnen genannten Grund.
  • Nicolas  Hunziker 16.02.2016
    So sehr ich Jesses Musik schätze, so wenig halte ich von seiner Einstellung. Wohin ein lasches Waffengesetz wie in den USA führt sehen wir ja täglich. Die amerikanischen Gesetze haben das Land nicht sicherer gemacht, vielmehr gibt es wenige Länder, in denen mehr Zivilisten durch Waffenmissbrauch sterben.
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      16.02.2016
      @Nicolas Hunziker. Die "USA" haben kein Waffengesetz. Der Waffenbesitz wird von den Bundesstaaten, das Waffentragen teils sogar von jedem county selber geregelt. Wenn Sie also keine detailliertes Zahlenmaterial zur Verfügung haben, dann fehlen Ihnen die Entscheidgrundlagen.
    • Dieter  Frick 16.02.2016
      @Brechbühl Die USA hat sehr wohl auch Bundesgesetze. Neben den 2. Zusatzartikel in der Verfassung, gibt es noch den NFA und andere Gesetze.
      @Hunziker Ein Vergleich von Toten durch Waffengewalt mit Gesetzen lässt sich allein innerhalb der USA nicht erstellen. Es gibt Staaten die haben "lasche Gesetze", hohe Waffendichte und die Waffen werden auch getragen. Und es gibt eine ähnlich niedrige Rate wie bei uns. Andere Staaten sind strenger und es gibt weniger Waffen, aber trotzdem sehr viele Tote.
  • Kathia  Zumstein 16.02.2016
    Was für ein Blödsinn! Die Polizisten, welche beispielsweise beim Anschlag auf Charlie Hebdo getötet wurden, waren bewaffnet und wurden trotzdem erschossen. Und die vielen Toten, welche bei Amokläufen in den USA in Kinos/Schulen getötet wurden, starben trotz liberalem Waffengesetz. Ich würde dem Herrn US-Rockmusiker gerne die Frage stellen, ob er an seinen Konzerten bewaffnete Besucher reinlassen würde?
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      16.02.2016
      Die beiden Polizisten in der Charlie Hebdo Redaktion waren meines Wissens uniformiert und sie hatten zwar eine Waffe bei sich, aber nicht schussbereit. Das heisst, sie standen in der Ecke herum als perfekte Zielscheibe wie eine Schaufensterpuppe. Das ist eine komplett andere Situation als ein Konzertbesucher, der unter seinem Tschopen eine 9mm im Gürtelholster hat.