Dschihad-Experte Steinbach zur Europol-Warnung vor IS: «Terroristen könnten in Kindergärten zuschlagen!»

Islamisten werden vermehrt weiche Ziele ins Visier nehmen. Ein Experte schliesst nicht aus, dass sogar gezielt Kinder angegriffen werden.

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Jugendliche als Ziel: Am 13. November 2015 attackierten Terroristen in Paris den Club Bataclan. Keystone

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Die neue Warnung der europäischen Polizeibehörde Europol macht Angst: Direktor Rob Wainwright geht davon aus, dass der IS weltweit gross angelegte Terroranschläge mit neuen «gefechtsmässigen Möglichkeiten» verüben könnte. Was damit konkret gemeint ist, sagte er nicht. 

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Udo Steinbach zvg

Für den deutschen Terror-Experten Udo Steinbach ist aber klar: Vermehrt werden weiche Ziele ins Visier genommen. Steinbach zu BLICK: «Die Anschläge in Frankreich haben gezeigt, dass auch Jugendliche angegriffen werden. Ich könnte mir daher vorstellen, dass Islamisten auch in Kindergärten zuschlagen könnten.» Vor allem befürchtet er aber Anschläge auf den bevorstehenden Karneval im Rheinland. Steinbach: «Solche Veranstaltungen sind schwer zu kontrollieren und werden zu neuen Spielwiesen der Islamisten.»

Steinbach geht bei weiteren Angriffen davon aus, dass mit herkömmlichen Waffen zugeschlagen wird. «Atombomben kann man ausschliessen, und über Giftgas wird nur spekuliert.» 

Terroristen werden in der Regel vom IS direkt ausgebildet. An den Aufbau von Ausbildungscamps in Europa glaubt Udo Steinbach nicht, weil die Kontrolle gross ist. Steinbach: «Aber es ist nicht auszuschliessen, dass am Rande Europas Terror-Schulen entstehen. Zum Beispiel im chaotischen Libyen, das zurzeit weniger kontrollierbar ist als Syrien.»

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Daniel Thesklaf. zvg

Im Kampf gegen den IS gibt es einen Lichtblick. Das Vermögen der Terroristen wächst nicht mehr so schnell wie bisher. Der Schweizer Daniel Thelesklaf, Experte Terrorismus-Finanzierung, sagt zu BLICK: «Bisher haben die Dschihadisten bei Eroberungen von Städten ganze Banken plündern können. Zudem verdienten sie viel Geld am Handel mit Öl.»

Inzwischen konnte die Expansion des IS mehr oder weniger gestoppt werden. Es gibt keine prall gefüllten Banktresore mehr. Mehrere vom IS eroberte Ölquellen konnten zerstört werden. Zudem ist der Ölpreis am Boden.

Daniel Thelesklaf: «Die Dschihadisten müssen neue Einnahmemöglichkeiten suchen.» Dazu gehören Entführungen von westlichen Industrie-Mitarbeitern sowie der Verkauf von Raubkunst. In der Regel bringen auch neue Dschihadisten Geld mit, das sie von Verwandten gesammelt oder per Kredit aufgenommen haben. Schliesslich sind auch die Steuern innerhalb des Islamischen Staats wichtig. Thelesklaf: «Wer bei der Bank Geld abhebt, gibt vier bis fünf Prozent ab – Christen etwas mehr.»

Für Thelesklaf ist klar: «Der IS hat wegen des Öls langsam ein Geldproblem. Dennoch hat er immer noch zuviel Vermögen.»

Publiziert am 26.01.2016 | Aktualisiert am 26.01.2016
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21 Kommentare
  • Rolf  Fritz 26.01.2016
    Toll! Die Experten geben den Terroristen immer heisse Tipps, dazu noch gratis
  • Ernest  Blanco 26.01.2016
    Solange der IS dank der Einnahme von Städten inkl. deren Verwaltungen selber "echte" syrische Pässe ausstellen kann, oder man in der Türkei für wenig Geld eine gute Fälschung erwerben kann, und wir in Europa für alle Menschen mit syrischen Papieren die Türen weit offen haben, sind solche Vorhersagen wohl nicht ganz von der Hand zu weisen.
  • Erika  Ruf , via Facebook 26.01.2016
    Es ist schon nicht zu fassen, dass man für ausländerfeindliche Aussagen belangt werden kann.
  • Meyer  Roman aus Aarau
    26.01.2016
    Die USA und NATO Töten schon seit 15 Jahren die Kinder/Erwachsene im Nahen Osten.

    Mit dem müssen wir Rechnen, das hat Europol recht.

    Libanon, Syrien, Irak, Palestina usw. alles wurde wegbombardiert inkl. Machthaber.
  • Aschi  Roth 26.01.2016
    Na NSA zeig jetzt was du kannst! Oder sind nur wir Ziele der Spionage? Hopp verschone uns von dem was dein Bruder CIA geschaffen hat.