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Die Gesundheitsbehörden in aller Welt sind in Alarmbereitschaft. Die Schweinegrippe droht zur Pandemie zu werden. Bis jetzt ist allerdings in der Schweiz noch kein konkreter Verdachtsfall bekannt, wie Patrick Mathys, Leiter der Sektion Pandemievorbereitung im BAG, auf Anfrage sagte.
«Es ist klar, dass Leute, die in Mexiko oder den USA waren, besorgt sind und sich schneller beim Arzt melden als sonst», sagte Mathys gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die betreffenden Meldungen würden abgeklärt, doch bis am heute Morgen habe sich noch kein Verdacht bestätigt.
Mexiko: Über 100 Tote
Die Zahl der Grippetoten in Mexiko steigt indes weiter an. Gesundheitsminister José Ángel Córdova sprach am Sonntagabend im nationalen Fernsehen von 103. Wie viele davon durch den mutierten Schweinevirus H1N1 infiziert waren, sagte er nicht.
Bisher war der Virus bei 20 der Todesfälle nachgewiesen worden. Der Minister berichtete zudem, dass im ganzen Land 1614 Grippekranke in Spitälern behandelt werden. Über 60 Prozent der Patienten seien auf dem Weg der Besserung.
Aufruf zur Ruhe
Angesichts der Schweinegrippe-Epidemie in seinem Land rief der mexikanische Staatschef Felipe Calderón die Bürger auf, die Ruhe zu bewahren. Sie sollten zwar «rasch reagieren, aber ruhig bleiben und mit den Behörden zusammenarbeiten».
Der Präsident bekräftigte, sein Land habe genügend Medikamente auf Lager. Die Weltbank gewährte Mexiko für den Kampf gegen die gefährliche Grippe einen Sofortkredit in Höhe von 25 Millionen Dollar.
In Mexikos Hauptstadt-Region sind seit Freitag alle Schulen geschlossen, Grossveranstaltungen sind verboten. Fussballspiele werden ohne Publikum ausgetragen. Und auch die katholische Kirche hat die Pforten ihrer Kirchen für Sonntagsmessen schliessen müssen.
Notstand in den USA
Die USA riefen am Sonntag den Gesundheitsnotstand aus. Ähnlich wie etwa bei heranziehenden Hurrikans bedeutet die Notstandserklärung, dass zusätzliche Bundesmittel für Vorsorgemassnahmen bereitgestellt werden. In den USA gab es bis zum Sonntag 20 bestätigte Krankheitsfälle.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach von einem Gesundheitsnotfall internationalen Ausmasses. Sie zeigte sich aber auch davon überzeugt, dass die Welt dieses Mal besser auf die drohende Epidemie vorbereitet sei als etwa bei der Vogelgrippe in Asien.
Und in der Schweiz?
Für die Schweizer Bevölkerung bestehe noch keine Gefahr, teilt das Bundesamt für Gesundheit mit. Jedoch wird heute Morgen eine Krisensitzung einberufen.
Die Grippe-Überwachung werde verstärkt, so das BAG. Das Amt ruft Reisende auf, die vor sieben oder weniger Tagen aus den betroffenen Gebieten zurückgekehrt sind, bei Anzeichen von Grippe sich unverzüglich beim Haus- oder Notfallarzt zu melden.
Und das sind die Symptome: schnell steigendes Fieber, akute Atemwegserkrankungen wie Husten und Niesen, Schüttelfrost, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen. (SDA/num)