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Kaum hat Griechenland die Milliardenhilfe auf sicher, bricht im Land der Tumult aus: Die Leute gehen auf die Barrikaden, um gegen die Sparpläne ihrer Regierung zu demonstrieren. Aktivisten einer kommunistischen Gewerkschaft besetzten sogar die Akropolis, das Wahrzeichen von Athen. Eine Demonstration arbeitsloser Lehrer artete aus. Flaschen und Steine flogen. Die Polizisten antworteten mit Tränengas. Für heute haben die Gewerkschaften zum Generalstreik aufgerufen. Das stürzt das Land noch mehr ins Chaos.
Luftraum ist geschlossen
Besonders Staatsangestellte sind wütend auf die Regierung, weil ihnen die Löhne zusammengestrichen wurden. Doch die Regierung muss hart bleiben. Sie musste sich zum Sparprogramm verpflichten, um an die 110 Milliarden der anderen Euro-Länder und des Währungsfonds zu kommen. Bis 2013 müssen die Staatsausgaben um 30 Milliarden Euro schrumpfen.
Die Fluglotsen haben schon gestern gestreikt und wollen mindestens bis heute um 23 Uhr ihre Arbeit nicht verrichten. Mit anderen Worten: Der Luftraum über Griechenland ist faktisch geschlossen. Die Swiss hat deshalb Flüge aus der Schweiz nach Griechenland annulliert.
Keine grossen Auswirkungen auf Touristen
Solche Nachrichten aus Griechenland sind ein Killer für die Reiselust. Auch in der Schweiz: «Für den Sommer ist der Buchungsstand auf Vorjahresniveau, ein Rückgang der Nachfrage ist mit den Schlagzeilen der letzten Tage jedoch zu beobachten», heisst es bei Kuoni. Zum Glück für andere Destinationen wie Spanien, die Türkei oder Zypern. Die erfahren dadurch mehr Zuspruch.
Mit Kuoni sind derzeit 200 Schweizer Touristen in Griechenland. Und nochmals Hunderte über Hotelplan und Tui. Da die meisten Schweizer Touristen auf den Inseln und nicht in Athen Ferien machen, erwarten die Reiseveranstalter keine grossen Auswirkungen: «Unsere Kunden werden von unseren Reiseleitern jeweils aktuell informiert und müssen sich auch bei allfälligen Umbuchungen von Flügen nicht selbst darum kümmern», so Kuoni.
Krise noch nicht unter Kontrolle
Bei der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr in Zürich hofft man, dass sich die Situation bald wieder beruhigt: «Der Tourismus ist enorm wichtig für Griechenland. Wir brauchen die Besucher aus der Schweiz.»
Dass trotz des Rettungspakets von 110 Milliarden Euro für Griechenland die Euro-Krise noch keineswegs unter Kontrolle ist, zeigt die folgende Episode: Gestern machte das Gerücht die Runde, Spanien habe die EU um ein Hilfspaket von 280 Milliarden Euro angefragt. In der Folge gingen die Aktien von Banken an den Börsen auf Talfahrt. Am Abend meldete sich der spanische Ministerpräsident José Luis Zapatero persönlich zu Wort: «Das ist völliger Wahnsinn. Jede Spekulation über die Eurozone ist völlig unbegründet und unverantwortlich.»