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Es mag nur Zufall sein, oder eine besondere Geschmacklosigkeit des Terrornetzwerks. Jedenfalls drohte Al Kaidas Nummer zwei, Aiman al-Sawahiri, zum Jahrestag der Anschläge von New York und Washington mit neuen Angriffen, «die Zeit ist reif für neue Ereignisse, mit Allahs Erlaubnis und Führung.»
Osama bin Ladens Stellvertreter erklärte weiter: «Ihr habt uns jedes Recht und jede Gelegenheit gegeben, euch weiter zu bekämpfen.» Konkret drohte er: «Ihr solltet euch über eure Präsenz am (Persischen) Golf Sorgen machen, und zweitens über Israel.»
Und al-Sawahiri ruft die Muslime zu verstärktem Widerstand gegen die USA auf. «Eure Führer verbergen vor Euch das wahre Ausmass der Katastrophe», sagte er zur Begründung auf dem heute vom US-Sender CNN ausgestrahlten Band.
Auf den einschlägigen Websites, auf denen mehrere Al-Kaida-Führer in der Regel ihre Botschaften verbreiten, war das Video zunächst nicht zu sehen. Dass die 16 Minuten lange Botschaft aktuell ist, zeigen Bemerkungen zu der israelischen Offensive im Libanon.
Der fünfte Jahrestag der Terrorangriff auf die USA ist auch der Tag von George W. Bush. Seite gestern ist der US-Präsident unterwegs und versucht mit viel Präsenz und Reden seine schlechten Umfragewerte zu verbessern.
Der Gedenktag sei für ihn «ein Tag erneuerter Entschlossenheit», sagte Bush am Ground Zero. «Ich habe gelobt, dass ich niemals die Lehren dieses Tags vergessen werde. Es gibt da draussen immer noch einen Feind, der erneut solche Verlust zufügen will.»
Nachdem er zusammen mit Gattin Laura im Ground Zero Kränze niedergelegt hat, gibts gemeinsames Frühstück mit New Yorker Feuerwehrmännern. Dann wird Bush heute in Washington den Opfern im Pentagon gedenken und am Nachmittag an einer Veranstaltung für die Helden aus Flug United 93 teilnehmen.
Am Abend zur besten Sendezeit wird sich George W. Bush in einer Rede an die Nation wenden.
Ob er sich in die Herzen der US-Bürger reden kann, darf bezweifelt werden. Vor fünf Jahren, nach 9/11, schnellte die Zustimmung für seine Arbeit in Rekordhöhen.
Mittlerweile ist der US-Präsident extrem unbeliebt. Seine Administration wurde wiederholt grober Lügen überführt. Erst am Freitag stellte der Geheimdienstausschuss der Regierung ein vernichtendes Zeugnis aus (Blick Online berichtete). Der Irak-Krieg findet bei immer weniger Amerikaner Unterstützung. Der Abhörskandal in den USA tat sein weiteres zu den sinkenden Umfragwerten.
George W. Bush und Gattin Laura gedenken der Opfer am Ground Zero.- AP