Poker-Räuber Dilettanten? Vor allem bei der Berliner Polizei!

BERLIN – Da hat die Polizei den Mund zu voll genommen. «Eine neue Dimension der Dummheit», spottete sie über die Poker-Räuber. Doch ausser einem falschen Verdächtigen kann sie bis jetzt nichts vorweisen.

  • Publiziert: 15.03.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

Vorletztes Wochenende hatten Gangster in einem Berliner Hotel ein Pokerturnier überfallen (Blick.ch berichtete). Mit Schusswaffen und Macheten stürmten sie das «Grand Hyatt» am Potsdamer Platz. Und hinterliessen Fingerabdrücke sowie zahlreiche Zeugen des Coups. Überwachungskameras filmten die Räuber zudem minutenlang.

«Eine neue Dimension der Dummheit», spottete die Polizeigewerkschaft über die Räuber. Auch der Berliner Polizeichef Dieter Glientsch gab sich äusserst optimistisch: Die Chancen stünden gut, die Täter zu fassen, posaunte er heraus.

Neun Tage und eine falsche Festnahme später steht die Polizei offenbar vor dem Nichts. So dumm hatten sich die Täter doch nicht angestellt.

«Berge von hinterlassenen Spuren!»

Letzten Freitagabend nahmen die Ermittler Muhammed B.* fest – um ihn nach einigen Stunden wieder freizulassen. Der Verdacht gegen ihn hatte sich nicht erhärtet. Man hatte ihn vor allem vernommen, weil er vor sechs Jahre eine Spielbank ausgeraubt hatte. Doch am Abend des Pokerturniers war Muhammed B. am arbeiten. Umso peinlicher für die Berliner Ordnungshüter.

Ebenfalls peinlich für die Polizei: Überwachungskameras filmten die Räuber gemäss «Bild» im Hotel sogar alle ohne Masken. Und doch gelingt es der Polizei nicht, sie zu finden. Selbst die vielen Fingerabdrücke, die die Räuber hinterliessen, führten bis dato zu keinem Erfolg. Dabei hatte die Polizeigewerkschaft gross damit geprahlt, dass «die Täter angesichts der Berge von hinterlassenen Spuren sehr schnell gefasst» würden. Offensichtlich sind die Täter gescheiter als die Polizei erlaubt. (gux)

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