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Betty Coumbias (†73) war die erste Person, die weder körperlich noch psychisch krank war – und sich trotzdem von Dignitas in den Tod begleiten lassen wollte. Die kerngesunde Kanadierin wollte mit ihrem herzkranken Mann George (73) in der Schweiz sterben.
Dignitas-Chef Minelli kämpfte vor Gericht um seine «Doppelbegleitung»-Kunden, die im Film «The Suicide Tourist» bekannt wurden. Doch es kam anders als geplant: Betty starb noch im letzten Jahr an Krebs, George lebt nach mehreren Herzinfarkten noch heute.
Und Minelli? Der rührt auf «BBC Radio 4» erneut die Werbetrommel für Dignitas. Mit einer Reporterin, die den Sterbehelfer in Zürich besuchte, sprach er über sein umstrittenes Geschäft mit dem Tod und seine Expansionspläne auf Gesunde.
«Jede Person, die über Urteilsvermögen verfügt, hat das Recht auf die Entscheidung, ihr Leben zu beenden», sagte der Sterbehelfer in der Sendung «The World Tonight» vom letzten Freitag. Das treffe für die meisten psychisch Kranken zu, so Minelli. «Und ich glaube, die Fähigkeit zu dieser Entscheidung sollte auch eine gesunde Person haben.»
Ob er jemandem helfen könne, der völlig gesund sei, aber mit dem Todeswunsch zu ihm komme? «Natürlich», antwortet Minelli. «Eine sehr alte Person, die überhaupt keine Krankheiten hat, kann trotzdem Schwierigkeiten haben. Das Alter, keine Familie mehr, keine Freunde mehr, warum sollten wir nein sagen?»
Weibelt nicht zum ersten Mal auf «BBC»: Ludwig A. Minelli.- RDB