Richter überzeugt Dieser Juso fackelte die Luxus-Autos ab

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Ralph Donghi

AARAU – Die angezündeten Wagen von Aarau. Es war nicht etwa ein Lausbub. Es war ein Politiker!

Der Brandstifter von Aarau heisst Ivo L.* Er ist 20, bei seinen Eltern in einer feineren Aarauer Gegend, dem Zelgli-Quartier, angemeldet. Dort klickten am 14. November die Handschellen.Peinlich für die SP: Kantischüler Ivo L. kandidierte 2007 für die Juso als Nationalrat und erhielt 810 Stimmen. Auf derselben Liste also wie der neue Polit-Star Cédric Wermuth (23), Präsident der Schweizer Jungsozialisten und Vize-Präsident der SP Schweiz.Andrea Arezina (25), Co-Präsidentin der Juso Aargau, bestätigte: «Ja, Ivo wurde wegen einer Brandserie verhaftet.» Allerdings, so fügte sie hinzu, sei Ivo aus der Juso ausgetreten. Und Wermuth zu BLICK: «Falls der Verdacht zutrifft, bin ich froh, dass die Person nicht mehr Juso-Mitglied ist. Gewalt gegen Personen oder Sachen kommt für die Juso in keinem Fall in Frage.»Mit Kumpel PhilippIvo zog die Feuerteufel-Orgie gegen Sachen mit seinem Kumpel Philipp G.* (20) durch. Ein Lehrling, in der Nähe wohnhaft, und ebenfalls aus gutem Hause. Acht Luxus-Autos sollen die beiden abgefackelt haben (Blick.ch berichtete). Meist am Wochenende. Und immer frühmorgens.Die Brandserie beginnt am 23. Mai und dauert bis zum 14. November. Ivo und Philipp zünden in wöchentlichen Abständen und im eigenen Quartier teure Autos an. Darunter eine alte Corvette, einen Alfa Romeo, einen BMW, einen Mercedes und ein Auto der Stadtpolizei.Auch SVP-AutoAls sie am 18. Oktober den Range Rover eines SVP-Einwohnerrates abfackeln, hat die Kapo Aargau genug. Sie überwacht das Quartier mit zivilen Polizisten, technischen Hilfsmitteln – und mit Erfolg: Am 14. November zünden Ivo und Philipp wieder ein SVP-Auto an, diesmal das des örtlichen Parteipräsidenten Marc Dübendorfer (46). Da greift die Polizei zu!«Spuren müssen noch ausgewertet werden», sagt Bezirks-amtmann Dieter Gautschi (61), der Untersuchungsrichter. Er ist sicher: «Wir werden den beiden Mitgliedern der Linksautonomen-Szene alle Taten beweisen, obwohl sie alles abstreiten.»Freunde demonstrierenDamit waren 30 Kumpels von Ivo L. und Philipp G. nicht einverstanden. Sie demonstrierten am vergangenen Samstag erst in Bern, dann in Aarau «gegen den Überwachungsstaat». Die Kapo Aargau nahm 20 von ihnen vorübergehend fest.Das Auto des Aarauer SVP-Präsidenten Marc Dübendorfer wurde so nahe beim Haus angezündet, dass das Feuer um ein Haar auf das Gebäude übergegriffen hätte. Das Opfer der Brandstifter: «Ob es Links- oder Rechtsextreme waren, ist egal. Solche Kriminelle gehören einfach hinter Gitter!», so Dübendorfer.*Namen der Redaktion bekannt

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