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Sie kamen von überall her aus Deutschland. Reisten aus der ganzen Welt an. Hunderttausende junge Leute waren nach Duisburg gekommen, um an der grössten Tanzfeier der Welt dabei zu sein. .
So etwa Giulia M. (†21)* aus dem italienischen Brescia: Sie reiste mit einer Kollegin quer durch Europa. Machte Halt in Duisburg. Da wollte die Modestudentin feiern. Aber Giulia starb im Gedränge. Wo ihre Kollegin zu dem Zeitpunkt war, ist noch nicht klar.
Sie stürzten zu Boden und wurden vertrampelt
Oder die beiden spanischen Austausch-Studentinnen Clara Z. (†22) und Marta A. (†21)*. Sie lebten zum Studieren in Münster. Wollten dabeisein beim grössten Tanzfestival der Welt. Die Loveparade war die letzte Party, auf der Clara und Marta vor ihrer Rückkehr nach Spanien feiern wollten. Diese Woche wollten sie wieder nach Hause zu ihren Familien fliegen.
Doch das sollte nie passieren. Denn auch sie mussten ihr Leben lassen. «Clara und Marta stürzten zu Boden, die Menschenmassen trampelten über sie hinweg», berichtet Ariadna Arroyo, die mit einer Gruppe spanisch sprechender Studenten zur Loveparade wollte. Dazu gehörte auch die 22-jährige Peruanerin Lisseli Santos. «Die beiden verloren ihre Taschen mit den Handys und Ausweisen. Wir versuchten sie anzurufen, aber niemand meldete sich», berichtet Santos schockiert.
«Sie hatten eine unermüdliche Vitalität, waren so liebe Mädchen»: So schildern Freunde die spanischen Studentinnen gegenüber der spanischen Zeitung «El Pais».
Am Sonntagmorgen kam die traurige Gewissheit
Elmar L.* wurde noch gestern verzweifelt via Twitter von einem Freund gesucht. Doch der 38-Jährige war da schon lange tot. Der Anwalt mit eigener Kanzlei ist ein weiteres Opfer der Massenpanik. Der Techno- und House-Fan war ins 30 Kilometer entfernte Duisburg gefahren, um zu feiern. Ein Vorhaben, das er mit dem Leben bezahlte.
Auch Fenja S. (†23)* wollte sich amüsieren. Doch die Feier entdete tragisch für Fenja, sie starb. Ein Familien-Angehöriger erzählt der «Bild»: «Nachdem ich von der Katastrophe gehört hatte, hab ich sofort versucht, sie zu erreichen. Sie ging nicht ans Telefon. Da haben wir alle Krankenhäuser angerufen, auch dort war sie nicht zu finden. Heute Morgen kam die Polizei, hat uns die schreckliche Nachricht überbracht.»
«Du wurdest uns viel zu früh genommen»
Die Australierin Clancie R.* († 27) war seit vergangener Woche in Deutschland. Sie plante mit einer Freundin eine dreimonatige Tour durch Europa – und besuchte die Loveparade in Duisburg. Clancie kam an der Parade ums Leben. Kurz vor ihrem Tod schrieb sie ihrem Freund via SMS: «Wir sind unterwegs zur Loveparade. Ich vermisse dich.»
Erst am Sonntag erfuhren ihre Eltern vom Tod ihrer Tochter. Und bereits gibt es eine Facebook-Gruppe für die 27-Jährige: «Du warst eine wundervolle Frau und wurdest uns viel zu früh genommen», schreiben ihre Freunde. «Wir werden immer an dich denken. Egal, wie gut dich jemand kannte – du hast bei jedem einen fantastischen Eindruck hinterlassen. Wir alle sind reicher, dass wir dich gekannt haben!»
Trauernde Worte, die Kraft geben sollen. Kraft für diejenigen, die ihre Kinder, Freunde oder Freundinnen in Duisburg verloren haben. 19 junge Menschen. Alle tot. Drei von ihnen erlagen am Abend und in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihren Verletzungen. (spj)
*Namen der Redaktion bekannt