Ultraorthodoxe Juden: «Dies war nur der erste Schuss»

  • Publiziert: 07.06.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

JERUSALEM - Tausende ultraorthodoxer Juden lieferten sich in Jerusalem gewaltsame Randale mit der Polizei. Die Stadt wollte am Sabbath einen öffentlichen Parkplatz einweihen.

Aus Protest gegen die Öffnung eines öffentlichen Parkplatzes in Jerusalem am Samstag, dem jüdischen Sabbath, haben tausende ultraorthodoxer Juden sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Sechs Polizisten wurden verletzt.

Stadtverwaltung angegriffen

Die Gewalt begann, nachdem ein grosser Parkplatz der Stadtverwaltung geöffnet wurde, um tausenden Besuchern der Stadt Parkmöglichkeiten zu bieten. Daraufhin hätten zahlreiche religiöse Juden versucht, die Stadtverwaltung zu stürmen, sagte der Sprecher. Die Polizisten seien mit Steinen und Flaschen beworfen worden.

Nach der jüdischen Religionstradition ist das Autofahren am Sabbath verboten. Die Ultraorthodoxen sehen die Öffnung des Parkplatzes als Verletzung des Status quo zwischen säkularen und religiösen Juden in Jerusalem.

«Sommer der Kriege»

Einer der Anführer der ultraorthodoxen Gemeinde in Jerusalem Yoelish Kroiz, sagte der israelischen Zeitung «Jediot Achronot» vom Sonntag, der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat zeige sich anti-religiös.

Sollte es weitere Verstösse gegen den Sabbath geben, sei ein «Sommer der Kriege» in der Stadt zu erwarten. «Dies war nur der erste Schuss», sagte Kroiz. (sda/lec)

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