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Die radioaktive Strahlung ist heute Morgen auf bis zu 600 Millisievert pro Stunde angestiegen. Das entspricht der Dosis von 6000 Röntgenaufnahmen pro Stunde. Bereits bei einer kurzfristigen Belastung von 250 Millisievert kann Strahlenkrankheit auftreten.
In der Zwischenzeit dürfte die Strahlungsintensität noch höher sein. Auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) wird der Vorfall von Frankreich auf der Stufe 6 eingeordnet. Bisher wurde nur die Katastrophe von Tschernobyl mit der höchsten Gefahrenstufe 7 bewertet.
Experten sagen, die Radioaktivität sei nun so hoch, dass Menschen das AKW schnellstmöglich verlassen müssen.
Noch heute Morgen hatte Japans Premierminister Naoto Kan die Betreibergesellschaft Tepco dazu aufgerufen, die Arbeiter des AKWs nicht zu evakuieren.
Und daran hielten sich die Angestellten des Fukushima Kernkraftwerks. Doch weshalb riskieren sie für einen Job ihr Leben?
Andere Wahrnehmung der Gefahr
Für Arbeitspsychologe Michael Kastner tragen mehrere Faktoren zur bedingungslosen Solidarität bei. «Zum einen werden die Gefahr und das Risiko von Menschen, die in Gefahrensituationen arbeiten müssen, meist anders eingeschätzt als von aussen, weil ein Verdrängungsmechanismus einsetzt», sagt Kastner gegenüber «Zeit.de». «Zum anderen überschlagen sich die Ereignisse so rasant, dass kaum Zeit zum Nachdenken und Reflektieren bleibt.»
Hinzu kämen die japanische Disziplin, Autoritätsgläubigkeit und das starke Vertrauen, Technik beherrschen zu können. Nicht zuletzt spiele aber auch die Kultur eine wichtige Rolle: Seine Pflicht nicht zu erfüllen gilt in Japan als Schande.
Somit ist für die Arbeiter klar: Sie kämpfen im verseuchten AKW weiter gegen den Super-GAU an – und sind bereit, dafür ihr Leben zu lassen.
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